Die Caritas hat ein neues technisches System für ihre Online-Beratung gestartet. Die neue Plattform wurde vom Deutschen Caritasverband entwickelt. Das System bietet den Ratsuchenden erstmals Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Beratungsfeldern. Es soll Grundlage werden für das geplante Konzept des "Blended Counseling", einer Mischform von Online-Beratung einerseits und persönlicher Beratung in einer Beratungsstelle andererseits.
Bundesweit sind ab sofort werktags über 2.700 Beratende in rund 900 Beratungsstellen für 15 unterschiedliche Hilfefelder über die Caritas-Beratungsplattform erreichbar. Zu den Bereichen gehören u. a. Schwangerenberatung, Schuldnerberatung oder auch Leben im Alter. Die Onlineberatung erfolgt auf Wunsch anonym, sie ist datensicher und kostenfrei. Die Beratenden wurden speziell fortgebildet. Anspruch der Caritas-Beratung ist es, online zu den Ratsuchenden ebenso wirksame Beratungs-Beziehungen aufzubauen wie in der face-to-face-Beratung.
Die Finanzierung der neuen Plattform-Software erfolgte aus Eigenmitteln der Caritas und durch eine Projektförderung des Familienministeriums zur Digitalen Transformation der Wohlfahrtsverbände. Die Caritas-Online-Beratung ist ein verbandliches Gemeinschaftsprojekt: Alle 27 Diözesan-Caritasverbande, darunter der Caritasverband für das Erzbistum Paderborn, haben die Kooperationsvereinbarung "Blended Counseling" unterzeichnet, ebenso verschiedene Fachverbände des Caritasverbandes.
"Online-Beratung im Deutschen Caritasverband ist keine Callcenter-Beratung", so Eva M. Welskop-Deffaa, Vorstand Sozial- und Fachpolitik und zuständig für die Digitale Agenda des Verbandes. Die Ortsverbände sind als kompetente Beratungsinfrastruktur über die Plattform in das System der Caritas-Beratung einbezogen. Im Jahr 2018 haben 1814 Beratende in 700 Beratungsstellen mit 21.485 Ratsuchenden online 34.971 Nachrichten ausgetauscht. Nach der Systemumstellung ist eine deutlich höhere digitale Erreichbarkeit gewährleistet.