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In Beratungssituationen treffen
Caritas-Mitarbeiter auf Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur. Eine
interkulturelle Kompetenz in der Kommunikation und beim Umgang mit Konflikten
ist unabdingbar. |
Missverständnisse,
Unverständnis, unausgesprochene Konflikte – Wenn Menschen unterschiedlicher
Herkunft und Kultur sich begegnen, kann vieles schief gehen. Mitarbeiter
sozialer Einrichtungen und Dienste der Caritas beraten immer häufiger und
Hilfe suchende Menschen, die von anderen Werten geprägt sind und die „anders“
kommunizieren – indirekt etwa oder im „Zick-zack“. Um die Vermittlung
interkultureller Kompetenzen ging es daher bei einer Fortbildung des
Diözesan-Caritasverbandes Paderborn in der Katholischen Akademie in Schwerte.
Die Ethnologin Sandra de Vries, Trainerin für interkulturelle Kompetenz,
verwies auf von unterschiedlichen Werten und der eigenen ethnischen und
religiösen Herkunft geprägte Kommunikation und den Umgang mit Konflikten.
Manchmal seien Konflikte deshalb nicht lösbar, weil sie nicht offen
angesprochen, harmonisiert oder durch eine Autoritätsperson in der Familie für beendet
erklärt würden.
Kulturell sehr unterschiedlich sei etwa auch die Bedeutung von Alter und
Geschlecht von Gesprächspartnern, der Umgang mit Zeit oder die Bedeutung von
Familie, sagte die Ethnologin. Anhand von Fallbeispielen zeigte sie Methoden
auf, wie Caritas-Mitarbeiter mit kulturellen Unterschieden in der Kommunikation
und beim Umgang mit Konflikten umgehen können.
Im professionellen Umgang mit kulturellen Unterschieden seien Offenheit,
Respekt und die Bereitschaft zur Reflexion des eigenen Wertesystems und der
eigenen Kulturstandards unabdingbare Grundlagen, sagte Sandra de Vries. Da wollen
die Teilnehmer der Fortbildung in ihrem Berufsalltag ansetzen. „Interkulturelle
Kompetenzen sind eigentlich eine Basisvoraussetzung für alle Mitarbeiter in
Familienzentren“, stellte etwa Elke Hares fest. Als Erzieherin im
Familienzentrum St. Antonius in Wickede wünscht sie sich künftig Schulungen zum
Erwerb interkultureller Kompetenz auch für ganze Teams in Familienzentren oder für
Berufsanfänger.