Jugendhilfe im Erzbistum Paderborn, Caritasverband für das Erzbistum Paderborn, Pax-Bank für Kirche und Caritas, Kindertageseinrichtungen Östliches Ruhrgebiet, Katholische Kindertageseinrichtungen Ruhr-Mark, Katholische KiTas Ostwestfalen-Lippe, WIR-KITAs, GFO Josefshaus und Katholische Jugendhilfe Dortmund unterstützen bundesweites Positionspapier zum Schutz von Kindern vor der Klimakrise.
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Kinder und Jugendliche spüren die Folgen der Klimakrise unmittelbar - auch in Kitas, Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen im Erzbistum Paderborn. Neun kirchliche und karitative Träger aus der Region schließen sich deshalb jetzt dem bundesweiten Positionspapier "Kindeswohl in der Klimakrise - achten, schützen, gewährleisten" an - darunter die Jugendhilfe im Erzbistum Paderborn gGmbH und der Caritasverband für das Erzbistum Paderborn e.V.. Sie fordern Bund, Länder und Kommunen auf, das Kindeswohl konsequent zum Maßstab der Klima- und Anpassungspolitik zu machen. Hintergrund ist auch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2021, wonach unzureichender Klimaschutz die Freiheitsrechte künftiger Generationen verletzt.
Das Positionspapier selbst wird bundesweit von 81 Organisationen aus Gesundheit, Kinder- und Jugendhilfe, Bildung und Zivilgesellschaft getragen. Initiiert haben es die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG), der Kinderschutzbund, die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) und das Bündnis Kinder- und Jugendgesundheit, erarbeitet in Kooperation mit der Schader-Stiftung. An der inhaltlichen Ausarbeitung waren aus dem Erzbistum Paderborn bereits Patricia Münstermann und Elmar Schäfer von der Jugendhilfe im Erzbistum Paderborn gGmbH beteiligt.
Im Kern fordert das Papier drei Dinge: Klimaschutz als Rechtspflicht konsequent umsetzen. Deutschland muss bis 2045 klimaneutral werden, Klimaanpassung kindgerecht gestalten, etwa durch Hitzeschutzkonzepte für Kitas, Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen, sowie Kinder und Jugendliche verbindlich an klimapolitischen Entscheidungen beteiligen.
Elmar Schäfer, Geschäftsführer, Jugendhilfe im Erzbistum Paderborn gGmbH:
"Was würden Sie tun, wenn Ihr Kind bei schnellem Verkehr auf die Straße rennt? Wir würden es zurückhalten, um Schlimmes zu verhindern und ebenso die Verkehrsverhältnisse grundsätzlich sicherer gestalten. Bei der Klimakrise muss es genauso sein: Sofort mehr Klimaanpassung zum Schutz der jungen Generation und vor allem endlich konsequent an die Ursachen gehen und echten Klimaschutz betreiben. Also in die Zukunft investieren und nicht in fossile Sackgassen, die es für unsere Kinder immer schlimmer machen. In unseren Einrichtungen sind wir konsequent: Klimaanpassung und Energietransformation."
Ralf Nolte, Diözesan-Caritasdirektor, Caritasverband für das Erzbistum Paderborn e.V.:
"Mit Blick auf das diesjährige Jahresthema der Caritas ‚Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen‘ wird deutlich, dass wir heute immer schon auf das Morgen schauen müssen. Somit haben wir eine Verpflichtung, unsere Schöpfungsverantwortung wahrzunehmen, um der jungen und den künftigen Generationen eine lebenswerte Erde zu hinterlassen. Ich freue mich, dass so viele Akteure sich dem Positionspapier angeschlossen haben."
Dr. Helge Wulsdorf, Manager Nachhaltigkeit, Pax-Bank für Kirche und Caritas eG:
"Ohne wirksamen Klimaschutz keine Generationengerechtigkeit! Die Politik steht damit in der Verantwortung, vor allem den Anliegen von Kindern und Jugendlichen beim Klimaschutz Rechnung zu tragen. Gerade Heranwachsende dürfen nicht zu den Leidtragenden der menschengemachten Klimakrise werden."
Reinhard Geuecke, Fachbereichsleiter Erziehungshilfen, GFO Josefshaus:
"‚Wir erben die Erde nicht von unseren Vorfahren, sondern wir leihen sie uns von unseren Kindern.‘ Dieses jahrhundertealte Wissen der indigenen Völker Nordamerikas scheinen wir immer mehr zu verdrängen. Das Fazit einer PISA-Studie zu uns Erwachsenen und Verantwortungsträgern würde daher viel, viel verheeren-der ausfallen müssen als die jüngst wieder viel diskutierten Ergebnisse der aktuellen Kinder-Bildungsstudie. Zumal es ja nicht mehr an fundiertem Wissen und Lösungs-Know-how mangelt, sondern vielmehr am Willen, die Klimakrise als die Mutter aller Krisen anzuerkennen, um ihr mit all unseren durchaus bestehenden Möglichkeiten zu begegnen."
Detlef Müller, Geschäftsführer, Kath. Kindertageseinrichtungen Ostwestfalen-Lippe gem. GmbH
"Das Kindeswohl muss auch unter den Bedingungen der Klimakrise gewährleistet sein, und das beginnt im Alltag der Kitas. Wenn Hitze in den Räumen die Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern und Mitarbeitenden beeinträchtigt, müssen wir als Träger handeln und zugleich die notwendigen Rahmenbedingungen einfordern. Deshalb starten wir eine gemeinsame interne Arbeitsgruppe Hitze, die einen konkreten Fahrplan für klimaangepasste Kitas entwickelt. Wir unterstützen das Positionspapier und die darin formulierten Forderungen nach verlässlichen politischen und finanziellen Rahmenbedingungen."
Karin Schulze-Frieling, Geschäftsführerin, Katholische Jugendhilfe Dortmund:
"Kinder und Jugendliche tragen am wenigsten zur Klimakrise bei, werden aber besonders lange mit ihren Folgen leben. Das verpflichtet uns zum Handeln. Klimaschutz und Kinderrechte gehören zusammen: Junge Menschen brauchen unseren Schutz und eine starke Stimme bei den Entscheidungen über ihre Zukunft."