
Die Caritas in NRW blickt mit Optimismus auf die Reform der Pflegeausbildung, die 2020 in Kraft tritt. Darin liege auch eine große Chance für die auf Pflege angewiesenen Menschen, schreibt der Aachener Diözesan-Caritasdirektor Burkard Schröders in der neuen Ausgabe der Zeitschrift "Caritas in NRW". Junge Frauen und Männer strebten heute hochwertige Ausbildungen mit hoher beruflicher Flexibilität und Optionen für eine berufliche Weiterbildung an. Die neue sogenannte generalistische Pflegeausbildung ermögliche dies, weil sie nicht schon zu Beginn eine Festlegung erfordere und weil sie deutlich bessere Anschlussmöglichkeiten an eine Hochschulausbildung bietet, so Schröders. Dadurch steige die Attraktivität des Pflegeberufs. Künftig spreche man daher von Pflegefachfrau und Pflegefachmann.
Notwendig sei aber zukünftig, den Pflegefachberuf durch einen guten Assistenzberuf zu ergänzen. "So können Tätigkeiten in der Pflege differenziert werden und junge Leute mit niedrigeren Schulabschlüssen ebenfalls den Einstieg ins qualifizierte Gesundheitswesen finden", erklärt Schröders. Allerdings sei die von der NRW-Landesregierung geplante einjährige Ausbildung zu kurz. Die Caritas plädiere für eine zweijährige Assistenzausbildung, die dann auch die Grundlage für einen existenzsichernden Beruf bilden könnte.
Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, appelliert im Interview mit "Caritas in NRW" an die Einrichtungsträger, auch akademisierte Pflegekräfte einzusetzen. Sie könnten einen großen Beitrag dazu leisten, wissenschaftliche Erkenntnisse in den Versorgungsalltag vor Ort zu integrieren. Weitere Beiträge des Heftes nehmen den erforderlichen Imagewandel der Pflege in den Blick. Vorgestellt wird das Beispiel des örtlichen Caritasverbandes in Paderborn, der Pflege- und Sozialberufe gezielt mit einer neuen öffentlichen Wahrnehmung verbinden möchte, etwa durch Poetry-Slam-Veranstaltungen oder durch eine Präsentation als "Arbeitgeber des Spieltages" bei einem Heimspiel des SC Paderborn.
Caritas in NRW ist die gemeinsame Zeitschrift der Diözesan-Caritasverbände Aachen, Essen, Köln, Münster und Paderborn mit Sitz in Düsseldorf. Die 52-seitige Zeitschrift kann kostenlos angefordert werden: vertrieb@caritas-nrw.de