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Internationaler Erfahrungsaustausch über Hilfen für benachteiligte Kinder und Jugendliche (von links): Winfried Kersting (Diözesan-Caritasverband Paderborn), Reinold Nacke (Lobby), Pater David Dettmer, Dominik Neugebauer (Suchtkrankenhilfe Caritas Paderborn), Pater Leon Mostert, Philip Krüger, Juliana Jakimova (beide Lobby) und Klaus Lauck (Förderverein für das Oratorium des hl. Philipp Neri, Salzkotten). (Foto: cpd / Jonas) |
68 Prozent
Arbeitslosenquote, Gewalt, Drogenmissbrauch, Aids – Vor allem Kinder und
Jugendliche leiden unter der Perspektivlosigkeit im Township der
südafrikanischen Stadt Oudtshoorn. Von Zeichen der Hoffnung berichteten Pater
David Dettmer und Pater Leon Mostert bei einem Besuch von „Lobby“, der
Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche in Konfliktsituationen des
Caritasverbandes Paderborn, und der Einrichtungen für Wohnungslose des SKM
Paderborn. Gemeinsam mit drei weiteren Priestern des Oratoriums des Hl. Philipp
Neri (Oratorianer) bauen sie einen Zufluchtsort für benachteiligte oder auf der
Straße lebende Kinder und Jugendliche auf, bieten ihnen eine Mahlzeit und einen
Platz zum unbeschwerten Spielen und Lernen. Rund 150 Kinder und Jugendliche
besuchen inzwischen täglich das aus Spenden und selbst erwirtschaftetem Geld
finanzierte Projekt „St. Luigi Scrosoppi“. Zwei Sozialarbeiter haben die
Oratorianer angestellt, viele helfen ehrenamtlich. Und doch: „Für die
Tagesstätte bräuchten wir mindestens acht Betreuer“, berichtet Pater Leon
Mostert. „Jeden Morgen kommen ein bis drei Kinder, die in der Nacht zuvor traumatische
Erfahrungen gemacht haben.“ Intensive Betreuung und Zuwendung sei dann nötig.
Drei Ordensschwestern unterstützen die Oratorianer und ihre Sozialarbeiter
dabei. „Sie kümmern sich um unterernährte Kinder und päppeln sie wieder auf.“
Beeindruckt zeigten sich die Besucher aus Südafrika von den qualifizierten und
differenzierten Hilfeangeboten für benachteiligte Kinder und Jugendliche sowie
Wohnungslose in Paderborn. Dominik Neugebauer, Leiter der Suchtkrankenhilfe
beim Caritasverband Paderborn, versprach, bei der Erarbeitung von
weitergehenden Hilfekonzepten für das Zentrum der Oratorianer in Oudtshoorn,
Hilfestellung zu leisten. Fachlicher Austausch, voneinander lernen – das sei
auch das Ziel des Besuches, betonte Winfried Kersting, Fachreferent für
Wohnungslosenhilfe und soziale Brennpunkte beim Diözesan-Caritasverband
Paderborn. „Es ist wichtig, dass Caritas und Pastoral eng zusammenarbeiten.“
Trotz aller Unterschiede zwischen Südafrika und Deutschland: „Vor allem kommt
es auf die Einstellung an, mit der man dem Hilfesuchenden begegnet“, waren sich
die Gesprächsteilnehmer einig. „Dieser hat die gleiche Menschenwürde wie der
Helfende.“