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Wollen Mitarbeiter in der Pflege dabei unterstützen, mit sich selbst achtsam umzugehen (von links): Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig, Eva-Maria Müller, Britta Elena Scheibe, Ralf Nolte, Brigitte von Germeten-Ortmann (alle Diözesan-Caritasverband), Hugo Körbächer (Resilienz-Coach) und Johannes Tack (Sozialpsychiatrische Initiative Paderborn). (Foto: cpd / Jonas) |
Auf ein wenig
beachtetes Problem in der Pflege weist der Diözesan-Caritasverband Paderborn
hin: Experten sehen das Gesundheitswesen als „Hochrisikobereich“ für Gesundheit
und Wohlbefinden der dort Beschäftigten. Dazu trage auch der „doppelte
Demografie-Effekt in der Pflege“ bei, sagt Eva-Maria Müller. „Es gibt nicht nur
immer mehr zu Pflegende, auch die Pflegenden selbst werden älter, ihre
Leistungsfähigkeit geringer.“ Viele werden frühverrentet oder verlassen nach
nur wenigen Jahren den Pflegeberuf.
Dieser Entwicklung möchte der Diözesan-Caritasverband entgegenwirken: Bei einem
Fachtag unter dem Motto „Und es tut mir gut“ im Hotel Aspethera in Paderborn ging
es in Vorträgen und Workshops um Hilfen für Mitarbeiter in der Pflege. Dabei
sei „Resilienz“ ein zentraler Faktor, erklärte Referent Hugo Körbächer.
„Resilienz beschreibt die Kräfte, mit denen Menschen Herausforderungen und
Krisen ohne langfristige Beeinträchtigungen meistern und sogar noch einen
Gewinn daraus ziehen“, sagte er beim Fachtag vor rund 80 Mitarbeitern aus
Pflegeeinrichtungen der Caritas im Erzbistum Paderborn. „Resiliente Menschen
haben die Fähigkeit, sich anzupassen und zu verändern. Das ist ein Prozess, das
kann man trainieren“, betonte Körbächer, der 2005 das Resilienz-Zentrum
Osnabrück gründete. Wichtig seien entsprechende Fähigkeiten für jeden Menschen,
vor allem aber für Mitarbeiter im Pflegebereich, etwa zur Vorbeugung gegen
Stress oder Burnout. Zentrale Schutzfaktoren gegenüber den Widrigkeiten des
Lebens seien eine zuversichtliche und hoffnungsvolle Grundhaltung sowie ein
„Denken in Möglichkeiten und Lösungen“. Weitere Faktoren wie die Entscheidung,
die eigene Zukunft und die Beziehungen zu gestalten, Verantwortung zu
übernehmen oder sich selbst zu regulieren, würden helfen, Resilienz aufzubauen
und „zufrieden und mit Freude das eigene Leben zu gestalten“.
Pflegende müssten mit sich selbst achtsam umgehen, sagte
Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig. Dabei wollten der
Diözesan-Caritasverband und die Einrichtungen der Caritas ihre Mitarbeiter
unterstützen. Behindert würden sie dabei allerdings von den Rahmenbedingungen:
„Ein System, in dem viele Sparmaßnahmen zu Lasten der Pflege gehen, gefährdet
nicht nur eine sichere gesundheitliche Versorgung der Menschen, sondern
bedeutet auch eine Beeinträchtigung ihrer Beschäftigten.“