Setzen sich für die Schwachen und Benachteiligten der Gesellschaft ein (v. l.): Manfred Schulte (Vorsitzender der gastgebenden Konferenz St. Aloysius und Hl. Dreifaltigkeit), Matthias Krieg (Geschäftsführer der Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn), Heinrich Stolze (Diözesan-Vorsitzender), Referent Pfr. Wolfgang Pucher, Pater Hans-Georg Radina (geistlicher Beirat Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum), Dr. Dirk Lenschen (stv. Vorsitzender Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum) und Dr. Lorenz Ladage (Vorstandsmitglied des Caritasverbandes im Erzbistum Paderborn). (Foto: cpd)
„Freude schenken – Freude erfahren“ lautet das Motto der Vinzenz-Konferenzen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, sich für die Schwachen und Benachteiligten in der Gesellschaft einzusetzen. Vertreter von 14 örtlichen Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn trafen sich jetzt zu einem Diözesantag in Iserlohn. Anlässlich des 60. Jahrestages ihres Bestehens war die Vinzenz-Konferenz Hl. Dreifaltigkeit Iserlohn Gastgeber des Diözesantages.
Mit Wolfgang Pucher stand ein Mann mit charismatischer Ausstrahlung als Referent zur Verfügung. Der 80-Jährige gehört zur Ordensgemeinschaft der Vinzentiner in Graz und ist dort Pfarrer. Als Initiator der „VinziWerke“ in Österreich, die täglich rund 450 Wohnungslosen Unterkunft geben und 1400 Bedürftige mit Lebensmitteln versorgen, ist er ein Macher. Kein Wunder also, dass er in seinem Beitrag auf dem Diözesantag Dorothee Sölle zitiert: „‘Da kann man nichts machen‘ ist der gottloseste aller Sätze!“ Und: „Geht nicht gibt’s nicht!“ wiederholte Pfarrer Pucher mehrfach seine Überzeugung. Dennoch erkennt Wolfgang Pucher seine Grenzen und vertraut darauf: „Gott beginnt einzugreifen, wenn man alles gemacht hat, was man machen kann.“
Wen haben die insgesamt 40 „VinziWerke“ im Blick? Es seien weniger die Menschen, die in sogenannter „schöner Armut“ leben, sprich solche, deren Situation die Herzen der Menschen anrühre und sie zu großzügiger Hilfeleistung bewege, erklärt Wolfgang Pucher. Vielmehr ziele die Hilfe auf Menschen in „hässlicher Armut“ ab. Dahinter verbergen sich Personen, denen die Sympathien der Menschen nicht zufliegen, die anecken, sich nicht an Regeln halten und vielleicht aufgrund ihres Auftretens sogar abschrecken. In diesem Fällen sei Barmherzigkeit gefragt, die dort beginne, wo die Gerechtigkeit aufhöre. Und diese Barmherzigkeit könne sehr herausfordernd sein, bekennt Wolfgang Pucher. Freimütig räumt er ein, dass auch ihm Situationen begegnen, mit denen er nur schwer umgehen kann.
Fragt man Wolfgang Pucher nach seinem Konzept, schüttelt er den Kopf: „Es gibt kein klassisches Konzept. Das Konzept ist der einzelne Mensch, der danach gefragt wird, was er braucht.“ Mit der Aufforderung zur Fantasie, zum Mut, sich was zu trauen, bleibt Wolfgang Pucher seiner Überzeugung treu, „dass oft mehr möglich ist, als man denkt.“
Der Diözesantag wurde in diesem Jahr in Iserlohn ausgerichtet anlässlich des 60. Geburtstages der dortigen Konferenz Hl. Dreifaltigkeit. In der anschließenden Mitgliederversammlung wurde Heinrich Stolze erneut zum Diözesan-Vorsitzenden gewählt.
Stichwort Vinzenz-Konferenzen
Die Gemeinschaft der Vinzenz-Konferenzen Deutschlands e.V. (VKD) mit Sitz in Düsseldorf hat es sich zum Ziel gesetzt, sich für die Schwachen und Benachteiligten in der Gesellschaft einzusetzen. Sie ist ein 1845 gegründeter, kirchlich und staatlich anerkannter Verband ehrenamtlich tätiger Laien. Als Fachverband im Deutschen Caritasverband gehört die VKD zu den Verbänden der katholischen Kirche in Deutschland, in deren Bereich sie in 16 Diözesen mit rund 3.000 Mitgliedern und Helfern in zirka 160 Konferenzen und Helfergruppen vertreten ist. Im Erzbistum Paderborn zählen die Vinzenz-Konferenzen 180 Mitglieder in 14 Konferenzen. Weltweit sind sie mit über einer halben Million Mitgliedern in 134 Ländern vertreten.
Die 14 Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn finden sich in Attendorn, Brilon, Castrop-Rauxel (2), Herne (2), Herne-Röhlinghausen, Herne-Eickel, Iserlohn, Paderborn, Rheda, Wenden-Hünsborn und Witten (2).