Die Initiative „Experiencing Europe“ fördert arbeitssuchende, junge Erwachsene durch die Vermittlung internationaler Praktika.(Foto: pixabay)
Jugendliche mit geringen beruflichen Chancen fördern und die europäische Gemeinschaft stärken - diese Ziele verfolgt die Kampagne "Experiencing Europe". Namhafte Unternehmen haben sich der Initiative seit ihrer Gründung im Herbst angeschlossen. Geschäftsführend betreut und koordiniert wird sie vom CSR-Kompetenzzentrum im Deutschen Caritasverband. "Experiencing Europe ist auf dem besten Weg eine Erfolgsgeschichte zu werden", sagt Christoph Eikenbusch, der seitens des mitwirkenden Diözesan-Caritasverbandes Paderborn die Initiative begleitet. So will sich auch ein großer katholischer Krankenhaus-, Alten- und Jugendhilfeträger aus dem Erzbistum Paderborn an der Kampagne beteiligen.
"Das ist nicht nur ein innovativer Schritt, um junge Menschen für die Caritas und unsere Arbeit zu begeistern, sondern auch ein positives Zeichen in Richtung der beteiligten Unternehmen", erklärt Eikenbusch. "Soziales Engagement wird nicht nur von anderen Unternehmen erwartet, sondern wird auch im Rahmen des unternehmerischen Handels von Sozialeinrichtungen erbracht."
Belege für den Erfolg der Kampagne lieferte ein Forum in Frankfurt, bei dem Unternehmen und Jugendliche über den erfolgreichen Verlauf der Maßnahme und die guten Erfahrungen aus den Auslandspraktika berichteten. "Mit Experiencing Europe bietet sich aus Sicht der beteiligten Unternehmen, der Arbeitsagentur und der Bildungsträger sowie insbesondere auch der Jugendlichen selbst eine einmalige Chance, Einblicke in Arbeitszusammenhänge und -abläufe von Unternehmen zu erhalten", erklärt Eikenbusch. "Dabei begegnen die Jugendlichen Menschen aus anderen Kulturen und erleben Europa anders als im Urlaub." In den ersten Pilotdurchläufen wurden bisher 28 Jugendlichen aus Deutschland betriebliche Praktika an Unternehmensstandorten im europäischen Ausland ermöglicht.
So berichtet Fabian von seinem Praktikum in Italien und wie er bei der Arbeit an der Drehbank unvermutet handwerkliche Talente bei sich entdeckte. Tabeas Fazit lautet: "Man wird durch ein Auslandspraktikum offener, da man auf viele verschiedene Nationalitäten, Menschentypen und Situationen trifft, denen man sich anpassen muss." Und auch Jennifer weiß nur Gutes zu berichten: "Die Mitarbeiter sind super nett, ich fühlte mich wie in einer kleinen Familie." Auch die Bildungsträger berichteten bei der Tagung, wie die Praktika sich sehr positiv auf die persönliche Entwicklung der jungen Menschen auswirkten.
Ein Problem der Kampagne ist, dass viel mehr junge Menschen ins Ausland möchten, als Praktikumsplätze zur Verfügung stehen. "Deshalb soll jetzt bei Unternehmen geworben werden, sich an der Experiencing-Europe-Kampagne zu beteiligen", sagt Christoph Eikenbusch. Auch die Agenturen für Arbeit unterstützen dieses Projekt und werben bei interessierten Unternehmen. Initiiert wurde "Experiencing Europe" im vergangenen Herbst von den beiden Unternehmen Continental (Hannover) und Oliver Wyman (München) in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit.