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Pfarrer Ansgar Schocke, Leiter des Pastoralverbundes Dortmund-Nordstadt-Ost, erklärte den Besuchern aus verschiedenen Regionen des Erzbistums Paderborn die sozialen Herausforderungen in der Nordstadt. (Foto: cpd / Sauer) |
Zu einem Tag
der Begegnung luden die Caritas-Konferenzen im Erzbistum Paderborn (CKD) am
Samstag ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Dortmund ein. „Wir
haben diesen Ort nicht zufällig ausgesucht“, berichtet Renate Loeser, Mitglied
im Diözesan-Vorstand. „Vor 100 Jahren wurde in der Dortmunder Nordstadt der
Grundstein für die Caritas im Erzbistum Paderborn gelegt.“
Ein geschichtsträchtiger Ort ist die Revierstadt damit auch für die in den
Caritas-Konferenzen organisierten Ehrenamtlichen, von denen rund 450 aus dem
gesamten Erzbistum ins Dietrich-Keuning-Haus kamen, einem städtischen
Veranstaltungszentrum nur wenige hundert Meter vom Dortmunder Hauptbahnhof
entfernt. Unter dem Motto „CKD findet Stadt“ bot das Treffen eine Fülle von
Angeboten und Impulsen in einer lockeren familiären Atmosphäre. „Ein solches
Treffen ist auch ein Dankeschön an all diejenigen, die sich engagieren“,
erklärt CKD-Diözesanvorsitzende Margarete Klisch, Was nicht bedeutet, dass die
Arbeit der Caritas vor der Tür geblieben wäre.
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In Arnsberg gibt es eine Caritas-Gruppe, die fast ausschließlich aus jungen Menschen besteht. Salima Abbou, Gründerin Martina Gerdes, Pia Neumeister und Hanan Abbou (von links) kümmern sich unter anderem um demenzkranke Menschen. (Foto: cpd / Lukas) |
Aus Dortmund
etwa stellten sich unterschiedliche Caritas-Projekte den Gästen vor. Wie der
Infoservice St. Joseph aus Dortmund-Hörde, der Menschen bei Behördengängen
hilft: Bei Hartz-IV-Anträgen zum Beispiel. „Wir gehen mit Betroffenen auch
direkt zum Amt“, berichtet Vanessa Kahl, eine von zwei hauptamtlichen
Mitarbeiterinnen. „Viele Menschen sind damit überfordert. Und bevor sie
untergehen, da helfen wir ihnen.“ So wie Helmut Harke, der denen eine Hand
reicht, die bereits untergegangen sind – als ehrenamtlicher Mitarbeiter der Wohnungslosenhilfe
in Dortmund. „Alkohol, Drogen. Viele dieser Menschen leben in einem
regelrechten Fegefeuer. Wir wollen ihnen zeigen: Wir sind für euch da.“
Es ist nicht zu übersehen: Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Begegnungstages
sind in einem Alter, in dem das Haar silbern wird. Nachwuchssorgen sind ein
Thema der Caritas-Konferenzen, auch wenn der Fachverband mit bistumsweit über 17.000
Aktiven immer noch eine stattliche Größe aufweist. Wie „Nachwuchs-Förderung“
aussehen kann, zeigt die Jugendcaritas Heilig Kreuz in Arnsberg. Martina Gerdes
hat diese „young Caritas“ 2011 gegründet. „Mit sieben jungen Leuten“, erzählt
sie. Heute sind es 85. Diese besuchen Altenheime und Demenzpatienten. Und einige
begleiten auch Sterbende.
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Abschluss-Gottesdienst mit Suppen-Konserven: Eine besondere Spendenaktion hatten sich die Organisatoren des Begegnungstages einfallen lassen. Die teilnehmenden Gruppen brachten Dosensuppen mit, die anschließend von der Gemeinde St. Joseph an Bedürftige verschenkt werden. (Foto: cpd / Sauer) |
Engagement
für den Nächsten ist immer konkret, bewegt sich bisweilen „zwischen Kreuz und
Dosensuppe“, wie es Domkapitular Dr. Thomas Witt, geistlicher Begleiter der
Caritas-Konferenzen im Erzbistum Paderborn, formuliert. Sichtbares Zeichen des
Verschenkens waren über 200 Suppen-Konserven, die die teilnehmenden Gruppen mit
nach Dortmund gebracht hatten und zum Abschlussgottesdienst in der Pfarrkirche
St. Joseph im Altarraum aufgeschichtet wurden. In den nächsten Tagen werden sie
von der Gemeinde an Bedürftige verschenkt.
Während ein Teil der Besucherinnen und Besucher an Führungen durch die
Dortmunder Nordstadt und die Zentralmoschee der Ruhrgebietsmetropole
teilnahmen, nutzten andere die Gruppenangebote im Dietrich-Keuning-Haus. Etwa
eine Einführung in „Tai Chi trifft christliche Spiritualität“, bei der Dozent
Michael Thiedig die Teilnehmer in Bewegung brachte. Seine Devise: Das
Spirituelle im Glauben durch eine Einheit von Körper und Geist neu entdecken.
Weniger spirituell, dafür körperlich fordernd präsentierte sich „Life Kinetik“,
ein Training für Körper und Geist: eine eher zurückhaltende Form körperlicher
Ertüchtigung, die aber eine vergleichsweise hohe Anforderung an die
Konzentrationsfähigkeit stellt, um Bewegungsabläufe korrekt vollführen zu
können.
Wem dies zu aufreibend war, der konnte einen Crash-Kurs in persischer Küche
besuchen, eine Aufführung des Kirchenkabarettisten Okko Herlyn miterleben oder
im Biblioblog über den Glauben reden. „Wer sich ehrenamtlich engagiert, hat es
verdient, sich auch mal verwöhnen zu lassen“, sagt Margarete Klisch. Dass dabei
– ganz nebenbei – allerlei Kontakte geknüpft wurden, und mancher
Erfahrungsaustausch stattfand, der wieder in die Caritas-Arbeit vor Ort
einfließen wird, sei nur am Rande erwähnt.
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Spirituelle Übungen standen bei einer Kombination von Tai Chi mit christlicher Spiritualität im Zentrum. (Foto: cpd / Lukas) |