Erstes Treffen des Arbeitskreises E-Mobilität: Fuhrparkverantwortliche der Caritas im Erzbistum Paderborn diskutierten aktuelle Herausforderungen und begutachteten Trends und Neuheiten auf dem Markt der E-Fahrzeuge. (Foto: cpd / Hermann)
E-Autos sind die perfekten Transportmittel für Pflegekräfte in der ambulanten Pflege: Kurze Wegstrecken und immer wieder "Stop and go" sind ideal für einen Elektroantrieb, entsprechend positiv fällt die Ökobilanz aus. Kein Wunder, dass in den Caritas-Sozialstationen im Erzbistum Paderborn bereits rund 600 Elektroflitzer im Einsatz sind: Tendenz steigend. Doch es zeigen sich Probleme bei diesem Trend - und die liegen vor allem in der Lade-Infrastruktur. "Fehlende Möglichkeiten für Pflegekräfte, ihr Elektro-Fahrzeug nach dem Dienst daheim aufzuladen und dazu auch haftungsrechtliche Unsicherheiten lassen den weiteren Ausbau der E-Mobilität an Grenzen stoßen", betont Christoph Hermann, Kundenbetreuer und E-Mobilitätsexperte der Caritas Dienstleistungs- und Einkaufsgenossenschaft im Erzbistum Paderborn (cdg).
Diskutiert wurden diese Themen jetzt auf Einladung der cdg beim ersten Fachtreffen der Fuhrparkentscheider örtlicher Caritasverbände aus NRW. Im Paderborner Schützenhof wurden den Verantwortlichen mögliche Lösungen für das Aufladen daheim vorgestellt, z. B. in Form von kinderleicht anzuwendenden Leasing-Angeboten für Wallboxen, die von den Trägern ohne komplizierte Verfahren und Abstimmungen zum Einsatz kommen können. Die dezentrale Aufladung im häuslichen Umfeld der Pflegekraft hat für die ambulante Pflege viele Vorteile: Mitarbeitende können ihren Dienst zu Hause beginnen und enden lassen, per App ist eine exakte Abrechnung der zusätzlichen Stromkosten mit dem Dienstgeber garantiert. Manche Verbände gestatten auch die private Nutzung des Fahrzeuges.
Doch darf eine Wallbox überall installiert werden? Die Frage stellt sich insbesondere bei Wohnungsmietverhältnissen. "Vermieter müssen dies bei einem berechtigten Interesse des Mieters erlauben. Dennoch gibt es haftungsrechtliche Fragen, die geklärt werden müssen", so Christoph Hermann. Ein weiterer Aspekt: Nicht immer sei grüner Strom im privaten Bereich verfügbar. Auch hierfür wurden beim ersten Austauschtreffen der Fuhrparkverantwortlichen Lösungen diskutiert, zusammen mit weiteren Trends und Neuheiten. Dass diese nicht nur theoretisch vermittelt wurden, lag auch am Tagungsort: auf dem weitläufigen Gelände des Schützenhofes wurden abschließend Neuheiten der E-Auto-Hersteller präsentiert.
Hierbei wurde aber auch eine weitere Facette der derzeitigen Transformationen von der Verbrenner- zur E-Mobilität deutlich: trotz breiter Palette an Fahrzeugneuheiten sind die Verfügbarkeiten und Lieferzeiten z.T. sehr verschieden und es sind deutliche Unterschiede im Vertriebsverhalten der Hersteller erkennbar. "Wir erleben, dass die Branche sich stark wandelt. Bisherige Marktführer wie VW zeigen nur wenig Interesse, über unsere Bündelungsaktivitäten die vielen Caritas-Träger zu erreichen, die derzeit ihre Fuhrparke umstellen. Stattdessen besetzen Hersteller wie Renault oder Smart diese Lücken.", wie Markus Grams, Geschäftsstellenleiter der cdg erläutert.
Insgesamt fällt nicht nur das Fazit für dieses erste Austauschtreffen positiv aus. "Viele Verbände berichten, dass Pflegekräfte stolz sind, hochwertig ausgestattete E-Autos für ihre Arbeit nutzen zu können. Die Investition in E-Mobilität ist also nicht nur gut fürs Klima, sondern auch ein Zeichen der Wertschätzung für die Beschäftigten", so Christoph Hermann.