Wie zeigt sich die christliche Identität eines katholischen Krankenhauses? Die selbstkritische Auseinandersetzung von Leitung und Mitarbeiterschaft mit dieser Frage ist das Anliegen des Projektes „German-CIM“. Nach einer dreijährigen Pilotphase ist das Projekt nun in den Regelbetrieb übergegangen. Alfons Hardt, Generalvikar des Erzbistums Paderborn, empfahl in einem Schreiben an die 50 katholischen Krankenhäuser im Erzbistum den Einsatz von „German-CIM 2.0“. Damit stehe den Krankenhäusern ein Instrument zur Verfügung, das christliche Werteprofil systematisch zu erheben, selbst zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen gezielt weiterzuentwickeln, so Hardt. In der vergangenen Woche hat der Regelbetrieb mit einem ersten Einsatz im Marienkrankenhaus in Soest begonnen.
Mit der aus den USA stammenden „Catholic Identity Matrix“ (CIM), die für deutsche Verhältnisse als „German-CIM“ angepasst worden sei, könne es gelingen, in einem konstruktiven Dialog mit den Mitarbeitern das eigene Handeln auf die christlichen Werte der Einrichtung hin zu orientieren, betont Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig. Die Schärfung des christlichen Profils könne auch „einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil“ für die katholischen Krankenhäuser darstellen.
German-CIM sei deutschlandweit als ein „innovatives Projekt“ des Diözesan-Caritasverbandes Paderborn in Kooperation mit dem Sozialinstitut Kommende in Dortmund wahrgenommen worden, zog Dr. Thomas Günther, Leiter von German-CIM ein positives Fazit. „Dank der guten Zusammenarbeit mit den Pilot-Krankenhäusern sowie deren umfänglichen Zeit- und Ideenengagements konnte das Instrument German-CIM praxistauglich weiterentwickelt und für die Bedarfe deutscher Gesundheitseinrichtungen adaptiert werden.“ Bei den Mitarbeitern der an der Pilotphase beteiligten Krankenhäuser in Dortmund, Schwerte, Lippstadt und Unna habe eine „Schärfung des christlichen Profils“ im weiten Sinne stattgefunden, vor allem in den Bereichen Patientenbezug, Mitarbeiterorientierung, Managementprozesse, ökologische Dimension und Kirchlichkeit. Die christliche Identität umfasse schließlich alle Tätigkeitsbereiche des Krankenhauses.
Letztendlich werde mit dem Einsatz des Instrumentes German-CIM 2.0 ein alter, aber bleibender Auftrag verfolgt, so Dr. Günther: „Den Heilungsdienst Jesu Christi unter den gegenwärtigen gesundheitspolitischen und gesellschaftlichen Bedingungen fortsetzen.“