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Der erste Platz beim Pauline-von-Mallinckrodt-Preis (2.500 Euro) ging an die „Klönstube“ der Caritas-Konferenz St. Maria Salome in Höxter-Ovenhausen. Von links: Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig, Martina Werdehausen, Elfriede Jaklin, Maria Welling, Martina Voss, Erzbischof Hans-Josef Becker und Domkapitular Dr. Thomas Witt. (Fotos: cpd / Jonas) |
Der
Pauline-von-Mallinckrodt-Preis der CaritasStiftung für das Erzbistum Paderborn
geht in diesem Jahr an drei Projekte, die sich ehrenamtlich dafür einsetzen,
den demografischen Wandel im ländlichen Raum zu gestalten. Den ersten, mit
2.500 Euro dotierten Preis, erhielt die „Klönstube“ der Caritas-Konferenz St.
Maria Salome in
Höxter-Ovenhausen
.
Mit dem zweiten Preis (1.500 Euro) wurde das Projekt „Ma(h)l-Zeit.
Jung und Alt an einem Tisch“ der katholischen Kirchengemeinde St. Laurentius
Hamm
und des Familienzentrums Hamm-Westen ausgezeichnet. Der dritte Preis (1.000
Euro) ging an „Kaufen und Klönen“ der Caritas-Konferenz St. Pankratius
Hoinkhausen
und St. Antonius
Oestereiden (Rüthen)
.
Erzbischof Hans-Josef
Becker überreichte die Preise am Samstag, den 1. August, im Rahmen des
Caritas-Tages in der Libori-Festwoche im Liborianum in Paderborn. Eine
unabhängige Jury hatte die Preisträger aus insgesamt neun vorgeschlagenen
Projekten ausgewählt. Das Leitmotiv der diesjährigen Preisverleihung entstammt
der Jahreskampagne der deutschen Caritas „Stadt – Land – Zukunft“.
Der demografische Wandel in ländlichen Regionen stelle auch für Kirche und
Caritas eine Herausforderung dar, betonte Domkapitular Dr. Thomas Witt,
Kuratoriumsvorsitzender der CaritasStiftung
. „Als Christen sind wir aufgerufen, unseren Beitrag für
eine lebenswerte Zukunft auf dem Land zu leisten.“ Die für den Preis
nominierten Projekte zeigten, dass es im Erzbistum Paderborn eine Reihe von
Gruppen und Initiativen gebe, die sich den Herausforderungen stellten. „Die
Projekte machen deutlich, dass der demografische Wandel auch Chancen bietet für
kreative Ideen und ehrenamtliches Engagement.“
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Mit dem zweiten Preis (1.500 Euro) wurde das Projekt „Ma(h)l-Zeit. Jung und Alt an einem Tisch“ der katholischen Kirchengemeinde St. Laurentius Hamm und des Familienzentrums Hamm-Westen ausgezeichnet. Von links: Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig, Nicole Brinckötter mit ihren Kindern Fritz und Emil, Alexandra Faust, Gertrud Denne, Hanna Ueter, Ralf Riemer, Erzbischof Hans-Josef Becker und Domkapitular Dr. Thomas Witt. (Fotos: cpd / Jonas) |
In
seinem Festvortrag ging Msgr. Uwe Wischkony, Direktor der Katholischen
Landvolkshochschule „Anton Heinen“ in Hardehausen auf die Widersprüche in der
Wertschätzung des ländlichen Raums ein.
Es
gebe zwar nach wie vor eine große Sehnsucht nach dem Land, „eine fast
romantische Suche nach dem Leben von Gestern“. Doch dem stünden die
vielfältigen Möglichkeiten der Stadt entgegen, die vor allem von jungen und
älteren Menschen gesucht würden. Familien bevorzugten zwar eher wieder die
ländlichen Gegenden, „aber auch nur dann, wenn das Umfeld stimmt“. Der
demografische Wandel lasse sich nicht aufhalten – „jedenfalls nicht in den
nächsten 30 Jahren“ -, wohl aber gestalten. Dabei sei vor allem die hohe
Bereitschaft auf dem Land, sich ehrenamtlich zu engagieren, „ein wertvolles,
aber auch zerbrechliches Gut“.
Die mit dem ersten Preis
ausgezeichnete „Klönstube“ der Caritas-Konferenz in
Ovenhausen
wurde in
der leer stehenden Wohnung des Pfarrhauses eingerichtet und hat sich in dem
1200-Einwohner-Dorf als Treffpunkt für Bewohner und Gäste etabliert. Mit viel
ehrenamtlichem Einsatz wurden Räume renoviert, Mobiliar angeschafft und der
Pfarrgarten umgestaltet. Ob als Café, Bücherei oder Ort für kulturelle
Veranstaltungen: Die Klönstube spreche Jung und Alt gleichermaßen an. „Das
Projekt ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie es gelingen kann, den
demografischen Wandel auf dem Lande positiv zu gestalten“, begründete Dr.
Thomas Witt die Entscheidung der Jury.
Im zweitplatzierten Projekt „Ma(h)l-Zeit. Jung und Alt an einem Tisch“ kochen
Senioren und weitere Ehrenamtliche zweimal monatlich für Alleinerziehende und
Familien aus sozial benachteiligten Verhältnissen. Organisiert wird das Projekt
gemeinsam von der katholischen Kirchengemeinde St. Laurentius
Hamm
sowie
dem katholischen Familienzentrum Hamm-Westen. Das Projekt sei „in besonderer
Weise geeignet, Generationen zu verbinden und Alt und Jung miteinander ins
Gespräch zu bringen“, betonte Witt.
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Der dritte Preis (1.000 Euro) ging an „Kaufen und Klönen“ der Caritas-Konferenz St. Pankratius Hoinkhausen und St. Antonius Oestereiden. Von links: Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig, Generalvikar Alfons Harth, Erzbischof Hans-Josef Becker, Alfons Levening, Franz-Josef Eickel, Christa Mertens, Marlies Schiller, Domkapitular Dr. Thomas Witt und Heinz Gottbrath (Fotos: cpd / Jonas) |
Der mit
dem dritten Preis gewürdigte Fahrdienst „Kaufen und Klönen“ sorgt dafür, dass
in ihrer Mobilität eingeschränkte Senioren aus fünf
Rüthen
er Ortsteilen auch
nach Schließung des Lebensmittelgeschäftes in
Oestereiden
weiterhin
selbständig einkaufen können. Mit einem Bulli der Stadt fahren Ehrenamtliche
der Caritas-Konferenz Senioren zum Einkauf und zum anschließenden gemeinsamen
Kaffeetrinken. Ein Projekt, das auch der Vereinsamung älterer Menschen
vorbeuge, lobte Witt.
Der Preisverleihung ging ein buntes Fest der Begegnung auf dem
Kardinal-Degenhardt-Platz vor der Stadtbibliothek in Paderborn voraus. Rund 800
Haupt- und Ehrenamtliche aus Pfarrgemeinden, caritativen Diensten und
Einrichtungen im Erzbistum Paderborn genossen Musik, Aktionen und Impulse.
Hintergrund: Pauline-von-Mallinckrodt-Preis
Benannt ist der Preis der CaritasStiftung nach der seligen Pauline
von Mallinckrodt (1817-1881), der Begründerin der Blindenfürsorge in Paderborn
und Gründerin der Ordensgemeinschaft der Schwestern der christlichen Liebe. Der
Preis wird jeweils im Rahmen des Caritas-Tages in der Paderborner
Libori-Festwoche verliehen. Mit dem Preis fördert die CaritasStiftung
ehrenamtliche Caritas-Initiativen im Erzbistum, die sich in besonderer Weise im
Sinne der jeweiligen Jahreskampagne der Caritas in Deutschland verdient machen.