Matthias Schmitt, stellvertretender Diözesan-Caritasdirektor im Erzbistum Köln, beim Netzwerktreffen für Patientenfürsprecherinnen und -fürsprecher konfessioneller Krankenhäuser in NRW.(Foto: cpd/Leonie Menne)
Sie haben ein offenes Ohr, erklären, begleiten und setzen sich ein: Ehrenamtliche Patientenfürsprecherinnen und Patientenfürsprecher sind eine wichtige Brücke zwischen Patienten und Krankenhaus. Bei einem gemeinsamen Netzwerktreffen der Caritas in NRW und der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe kamen Engagierte aus ganz Nordrhein-Westfalen in Herne zusammen.
Der Austausch beim Netzwerktreffen machte deutlich, was dieses Ehrenamt ausmacht. "Patientenfürsprecherinnen und Patientenfürsprecher übernehmen eine besondere Aufgabe. Sie hören zu, vermitteln, begleiten und helfen dabei, dass Anliegen, Fragen und auch Beschwerden Gehör finden", sagte Matthias Schmitt, stellvertretender Diözesan-Caritasdirektor im Erzbistum Köln. "Sie stärken damit die Perspektive der Patientinnen und Patienten in einem Gesundheitssystem, das für viele Menschen zunehmend komplex und unübersichtlich geworden ist." Gerade in Zeiten von Krankheit und Unsicherheit sei es wichtig, Menschen an der Seite zu wissen, die zuhören, Orientierung geben und Vertrauen schaffen. "Mit Ihrem ehrenamtlichen Engagement leisten Sie hierzu einen wertvollen Beitrag", würdigte er die anwesenden Patientenfürsprecher.
Claudia Middendorf, Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten in Nordrhein-Westfalen, betonte ebenfalls die Bedeutung der Patientenfürsprache. "Im Mittelpunkt eines Krankenhauses stehen die Menschen. Menschen, die krank sind, die sich in einer ungewohnten Umgebung zurechtfinden müssen, die Entscheidungen über ihre Gesundheit treffen sollen, obwohl sie möglicherweise gerade nicht die Kraft dazu haben. Genau deshalb ist Ihre Arbeit so wichtig", lobte sie das Engagement der Ehrenamtlichen. Sie verwies auf das Krankenhausgestaltungsgesetz in Nordrhein-Westfalen, das als erstes Bundesland die gesetzliche Verankerung von Patientenfürsprache eingeführt hat.
"Ich persönlich kann mir eine Welt ohne dieses Ehrenamt für unsere Häuser gar nicht mehr vorstellen", unterstrich auch die Geschäftsführerin der St. Elisabeth-Gruppe - Katholische Kliniken Rhein-Ruhr, Dr. Sabine Edlinger. "Bei knapp 100.000 stationären und 250.000 ambulanten Patientinnen und Patienten ist es utopisch zu sagen, es läuft immer ganz rund. Sie sind die neutrale Instanz, die für unsere Patientinnen und Patienten eine Anlaufstelle bieten", betonte Edlinger.
Dr. Karl Blum vom Deutschen Klinikinstitut berichtete aus der Arbeit im Projekt "Patient-Empowerment durch Patientenfürsprache und Beschwerdemanagement im Krankenhaus". Eine bundesweite Befragung von über 470 Patientenfürsprechern aus ganz Deutschland habe ergeben, dass die meisten Beschwerdefälle auf mangelnde Kommunikation und zu geringe Verfügbarkeit aufgrund von Zeitdruck und hoher Arbeitsbelastung zurückzuführen seien. Er mahnte die Krankenhäuser an, die ehrenamtlich Engagierten zu unterstützen, Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen und Strukturen mit Leben zu füllen.
Zwei Ehrenämter für Patientinnen und Patienten
Im Mittelpunkt des Netzwerktreffens stand auch die Zusammenarbeit mit der Krankenhaushilfe. Deren Ehrenamtliche begleiten Patienten durch Besuche, Gespräche und praktische Unterstützung im Krankenhausalltag.
"Beide Ehrenämter leisten auf unterschiedliche Weise einen wertvollen Beitrag für Patientinnen und Patienten", erklärt Oliver Lohr, Referent für Krankenhäuser im Diözesancaritasverband Paderborn. "Während Patientenfürsprecherinnen und -fürsprecher als unabhängige Ansprechpersonen vermitteln und Beschwerden aufnehmen, begleiten Ehrenamtliche der Krankenhaushilfe Patientinnen und Patienten mit Zeit, Zuwendung und praktischer Unterstützung durch den Krankenhausalltag."
Für die Ehrenamtlichen bot der Tag viel Erfahrungsaustausch und Netzwerkmöglichkeiten über die eigenen Verbandsgrenzen hinweg. Matthias Schmitt würdigte die gemeinsame Organisation der Tagung durch Caritas und Diakonie: "Uns verbindet über konfessionelle Grenzen ein gemeinsames Anliegen: die Stärkung der Patientenorientierung, die Unterstützung ehrenamtlichen Engagements und die Förderung einer Gesundheitsversorgung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt."