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Dr. Thomas Günther leitet das Projekt, an dem in der Pilotphase fünf katholische Krankenhäuser aus dem Erzbistum Paderborn teilnehmen. (Foto: cpd) |
Die
Werteausrichtung von katholischen Krankenhäusern steht im Fokus eines
Projektes, das der Diözesan-Caritasverband Paderborn und das Sozialinstitut
Kommende in Dortmund gestartet haben. „Wir möchten Krankenhäuser ermutigen,
ihre Werteprinzipien zu reflektieren sowie Anspruch und Wirklichkeit ihrer
katholischen Identität zu überprüfen“, sagt Projektleiter Dr. Thomas Günther. An
der Pilotphase nehmen fünf Krankenhäuser aus dem Erzbistum Paderborn teil: das Dreifaltigkeits-Hospital
in
Lippstadt
, das Katharinen-Hospital in
Unna
, das Marienkrankenhaus
in
Schwerte
, das St.-Elisabeth-Krankenhaus in
Dortmund-Kurl
sowie
das St. Vincenz-Krankenhaus in
Paderborn
. Ab 2014 können weitere
katholische Krankenhäuser sowie andere kirchliche Organisationen aus dem Gesundheits-
und Sozialbereich in den Prozess einsteigen.
Die Vorlage für das Projekt liefert die in den USA entwickelte „Catholic
Identity Matrix“ (CIM). Diese dient kirchlichen Krankenhäusern als Werkzeug,
die eigene katholische Identität systematisch zu überprüfen und gezielt
weiterzuentwickeln. Urheber sind der katholische US-Krankenhausträger „Ascension
Health“ in Kooperation mit dem „Veritas Institute“ der St. Thomas University of
Minneapolis. Mit dem Projekt „German-CIM“ findet die Matrix erstmals ihre Anwendung
außerhalb der USA.
Umgesetzt wird das Projekt über eine Selbsteinschätzung. Dazu nehmen Mitarbeiter
aus verschiedenen Hierarchieebenen und Funktionsfeldern eine Selbstbewertung
der katholisch-kirchlichen Werteausrichtung des Krankenhauses vor. Ergebnis
soll eine realistische Einschätzung der gelebten oder auch nur unzureichend
gelebten katholischen Identität sein. „Das Ziel ist, dass die Mitarbeiter die
Identitäts- und Werteprinzipien des Krankenhauses nach innen wie nach außen –
gegenüber Patienten oder Angehörigen – authentisch leben“, erklärt Dr. Thomas
Günther. „Mitarbeiter sollen Werte-Botschafter des Krankenhauses sein.“
Überprüft werden in der Selbstbewertung sechs Prinzipien, die für die
katholische Identität eines Krankenhauses zentral sind: die Solidarität mit den
Armen, die ganzheitliche Fürsorge, der Respekt vor dem menschlichen Leben, der
Umgang mit den eigenen Mitarbeitern, ein verantwortlicher Umgang mit Ressourcen
sowie der Kontakt zur Kirche vor Ort. „In dem Projekt geht es auch darum, wie
man hohe Ideale runterbrechen und in kleinen Schritten umsetzen kann“, erklärt
Dr. Thomas Günther. Denn: „Christliche Werte müssen gelebt werden, nach innen
wie nach außen, sonst sind wir unglaubwürdig.“
Mehr Informationen unter
www.german-cim.de