Mit einem "Aktionstag Suchtberatung" weisen Wohlfahrtsverbände und Suchtselbsthilfeverbände am 4. November auf die prekäre Finanzierung der ambulanten Suchthilfe hin. Der Aktionstag steht bundesweit unter dem Motto "Kommunal wertvoll!". Ziel ist es, den Dialog mit der Politik in den Kommunen zu fördern. "Suchtberatung braucht eine stabile, kostendeckende und verlässliche Finanzierung" sagt der Vorsitzende der Freien Wohlfahrtspflege NRW, Dr. Frank Johannes Hensel. Die Corona-Pandemie zeige, welch gute Arbeit die Suchthilfe vor Ort leiste. Trotz des notwendigen Lockdowns konnte im Frühjahr den meisten Menschen mit Suchtproblemen auch in der Krise geholfen werden. Doch die Refinanzierung bleibt prekär und bildet eher einen Flickenteppich ab. Deswegen bestehen landesweit erhebliche Unterschiede bei der Versorgungsqualität für Menschen mit Suchtproblemen. "Notwendig sind neben der Suchtberatung auch eine kommunale Suchthilfeplanung, die von Präventionsangeboten für Schulen und Arbeitgeber über Angehörigenberatung und Unterstützung von Kindern aus suchtbelasteten Familien besteht", sagt Hensel.
Im Erzbistum Paderborn haben sich die Leitungskräfte der Caritas-Suchtberatungsstellen in einer Zukunftswerkstatt mit den neuen Herausforderungen auseinandergesetzt und Lösungsstrategien entwickelt. "Damit wird man nun auf die Kommunen und andere Kostenträger zugehen und miteinander beraten, wie man auf die Veränderungen durch modifizierte Angebote reagieren kann", erklärt Christoph Eikenbusch vom Diözesan-Caritasverband Paderborn. Zu den Herausforderungen gehöre beispielsweise das Thema Sucht im Seniorenalter. Aber auch neue Abhängigkeiten (Social Media, Online-Spielsucht etc.), Klienten mit Traumatisierungen und neue, digitale Beratungsformen stehen auf der Agenda. Neben den Suchtberatungsstellen sei der Kreuzbund als Selbsthilfeverband ein wichtiger Baustein in der Begleitung suchtkranker Menschen. "Dieses ehrenamtliche Engagement ist ein unverzichtbarer Baustein und entlastet Kostenträger erheblich."
Der Aktionstag Suchtberatung wird am 4. November auch im Erzbistum Paderborn besonders gestaltet. So starten z. B. die Experten der Suchtberatungsstelle des Caritasverbandes Brilon und des Sozialpsychiatrischen Dienstes des Gesundheitsamtes des Hochsauerlandkreises eine Video-Podcast-Reihe. Dabei kommen Experten aus der Suchthilfe im Hochsauerlandkreis zu Wort. Die Video-Podcasts sind ab dem 4. November auf der Homepage der Caritas-Suchtberatung zu sehen.