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Stand: 30.11.2018

Pressemitteilung

Sprache verändert

Setzten sich mit geschlechterbewusster Kommunikation auseinander (von links): Esther van Bebber (Diözesan-Caritasverband Paderborn), Julia Schröder (Caritas Hagen), Julie Peez (Caritas Olpe), Moderatorin Nicole Strauss, Christoph Becker (Vorstand Caritas Olpe), Kathrin Waldhoff, Paul Krane-Naumann (beide Diözesan-Caritasverband) sowie Dorothee Beck und Markus Verbeet.Setzten sich mit geschlechterbewusster Kommunikation auseinander (von links): Esther van Bebber (Diözesan-Caritasverband Paderborn), Julia Schröder (Caritas Hagen), Julie Peez (Caritas Olpe), Moderatorin Nicole Strauss, Christoph Becker (Vorstand Caritas Olpe), Kathrin Waldhoff, Paul Krane-Naumann (beide Diözesan-Caritasverband) sowie Dorothee Beck und Markus Verbeet.(Foto: cpd / Jonas)

Sich für Geschlechtergerechtigkeit einsetzen: Das  haben sich der Caritasverband für das Erzbistum Paderborn und die Caritasverbände des Kreises Olpe sowie Hagen auf die Fahnen geschrieben. Als Pilotregion beteiligen sie sich seit vergangenem Jahr an einer bundesweiten Initiative des Deutschen Caritasverbandes. Im Rahmen des Projektes "Geschlecht. Gerecht gewinnt." nahmen sie dabei jetzt in einem Workshop in der Katholischen Akademie Schwerte auch die Sprache ins Visier. Denn: "Wer die öffentlichen Zustände ändern will, muss zuerst bei der Sprache anfangen", zitierte Christoph Becker, Vorstand der Caritas Olpe, den Philosophen Konfuzius. Laut psychologischer Untersuchungen fühlten sich Frauen etwa bei Stellenanzeigen weniger angesprochen, wenn nicht explizit weibliche Bezeichnungen verwendet würden, sieht Becker Handlungsbedarf. 

Gastreferentin Dorothee Beck, Politikwissenschaftlerin und Mitarbeiterin der Uni Marburg mit dem Schwerpunkt Politik, Geschlecht und Medien, warb vor Verantwortlichen verschiedener Einrichtungen und Dienste der beteiligten Caritasverbände für eine "geschlechterbewusste Perspektive in der Öffentlichkeitsarbeit".  Diese umfasse nicht nur die Sprache, sondern auch Inhalte und deren Aufbereitung sowie Bilder und Illustrationen. "Weibliche und männliche Klischeebilder" sollten hinterfragt und ihnen andere Bilder entgegengestellt werden, sagte Beck. Sie kritisierte, dass Sprache "historisch gesehen männlich" geprägt sei. Das "generische Maskulinum" der Grammatik verschleiere die Realität, sagte sie. 

Markus Verbeet, Leiter der Deutschland-Redaktion des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", betonte, dass der Spiegel, auch wenn er nach wie vor als "Männerblatt" gelte, auf einem guten Weg sei. Immerhin sei inzwischen ein Drittel der Führungskräfte sowie der Redakteure weiblich. Was geschlechtersensible Sprache angeht, verwies Verbeet vor allem auf "Bento", das Webangebot von Spiegel Online für 18- bis 30-Jährige. Eine entsprechende Sprachrichtlinie habe das Portal gerade eingeführt. Die Spiegel-Redaktion werde das beobachten, versicherte Verbeet.

In fünf verschiedenen Workshops tauschten die Teilnehmer anschließend Tipps und Tricks geschlechterbewusster Öffentlichkeitsarbeit aus - in Bezug auf Fotos, Sprache, Inhalte, Schlagzeilen und Personalmarketing.

Bei dem Workshop in Schwerte stellte der Diözesan-Caritasverband auch eine Empfehlung vor mit dem Titel "Geschlechtersensible Sprache: Was ist das?". Darin werden Tipps zur praktischen Umsetzung gegeben. Weitere Informationen können angefordert werden per 
E-Mail an: geschlechtergerecht@caritas-paderborn.de

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Geschlechtersensible Sprache - Was ist das?

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