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Rund 100 Personen nahmen am diesjährigen Frühjahrs-Diözesanrat der Caritas-Konferenzen im Erzbistum Paderborn (CKD) teil. Der Diözesanrat vertritt rund 18.000 Ehrenamtliche in Kirchengemeinden und Einrichtungen. (Foto: cpd/Sauer) |
Die Themen Flüchtlinge und Armutszuwanderung bestimmten den
diesjährigen Frühjahrs-Diözesanrat der Caritas-Konferenzen im Erzbistum
Paderborn. Die Vertreter der rund 18.000 Caritas-Ehrenamtlichen in den
Kirchengemeinden informierten sich dabei u.a. über die Situation der Roma in Osteuropa.
Hartmut Claes, Vorstand des Caritasverbandes Witten und seit 25 Jahren
caritativ in Rumänien engagiert, stellte die Situation der Roma vor. Fehlende
Bildung, Armut und Perspektivlosigkeit prägen das Leben der Menschen.
Hilfsangebote, wie das Förderprojekt der Caritas für Roma-Kinder helfen, den
Teufelskreis zu durchbrechen und neue Zukunftsperspektiven zu eröffnen.
Franz-Josef Knecht von der Vinzenz-Konferenz St. Marien in Herne-Eickel berichtete
über die Roma-Hilfe seiner ehrenamtlichen Helfergruppe in Ungarn. Gemeinsam mit
einer einheimischen Kirchengemeinde wurde u. a. eine Armenküche eingerichtet. Ziel
der Armutszuwanderung von Roma, insbesondere aus Bulgarien, ist seit Jahren
Dortmund. Die Kehrseite der Arbeitnehmerfreizügigkeit erlebt Frank Merkel vom dortigen
Caritasverband. Viele Roma kämen ohne Schul- und Berufsausbildung, hätten keine
Krankenversicherung und häufig keinen Anspruch auf Sozialleistungen. Sie landeten
oft in Ausbeutungsverhältnissen, was Wohnraum oder Arbeit betrifft. „Um
Flüchtlingen und Armutszuwanderern Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen
braucht es ein Engagement in Deutschland, aber auch in den Herkunftsländern“,
so resümiert Margarete Klisch, Vorsitzende der Caritas-Konferenzen. „Die aktuelle
Flüchtlingssituation in Deutschland zeigt, dass jede Hand gebraucht wird, um
Flüchtlingshilfe zu leisten und die Menschen nach ihren langen Reisen
willkommen zu heißen und sie hier zu begleiten. Aber es darf nicht vergessen
werden, dass auch in den Herkunftsländern Rahmenbedingungen geschaffen werden
müssen, die Zukunftsperspektiven und ein sicheres Verbleiben in der Heimat
eröffnen.“
Wie man Betroffenen helfen, gleichzeitig aber auch für Akzeptanz in der
Bevölkerung sorgen kann, ist auch das große Thema in der Flüchtlingshilfe, wie
Martin Strätling vom Caritasverband Paderborn verdeutlichte. Insgesamt leisteten
gerade ehrenamtliche Initiativen mit Sprachförderung oder Begleitdiensten
unersetzliche Hilfe. Domkapitular Dr. Thomas Witt, geistlicher Begleiter der
Caritas-Konferenzen, sieht die Ehrenamtlichen auch als „Brückenbauer“, die
anderen Menschen helfen, vorurteilsfrei auf Flüchtlinge zuzugehen.
Die Bedeutung caritativer Arbeit zeigte auch die Diskussion der Versammlung zum
Zukunftsbild des Erzbistums Paderborn. „Berufung. Aufbruch. Zukunft“, so lauten
die „Leitplanken“ des Zukunftsbildes. Herausforderungen sehen die ehrenamtlich
Engagierten insbesondere in der Gestaltung von Veränderungsprozessen, denn
Kirche und Verbände müssen neue Wege beschreiten, um ihren Auftrag in der
heutigen Zeit zu verfolgen. „Kirche braucht mehr Caritas und Caritas braucht
mehr Kirche“, so stellt Dr. Thomas Witt die Herausforderung für die kommenden
Jahre heraus. „Wenn wir als Kirche nah bei den Menschen sind und ihre Sorgen
und Nöte teilen, dann wird das Zukunftsbild lebendig.“