Chancen und Risiken der Digitalisierung in der sozialen Bera-tung besprachen (von links) Uwe Kopp und Ana Hanos, Re-ferenten der Firma Boostberg (Hannover) sowie Christoph Eikenbusch (Diözesan-Caritasverband) und Christian Stock-mann (Vorstand Caritas Arnsberg-Sundern).(Foto: cpd)
Digitale Chancen nutzen und Brücken schlagen, wo mangelnde digitale Kompetenz zu sozialen Verwerfungen führt: Wie das gelingen kann, darüber haben Vertreter von Caritas- und Caritas-Fachverbänden aus dem Erzbistum Paderborn in Arnsberg beraten. "Die Digitalisierung hat großen Einfluss auf die Beratungsdienste der Caritas und ihrer Fachverbände", erklärt Christoph Eikenbusch vom Diözesan-Caritasverband. "Aktuelle Studien gehen davon aus, dass die Digitalisierung die soziale Beratung und die entsprechenden sozialen Dienstleistungen in den kommenden fünf Jahren stark oder sehr stark verändern wird." Berücksichtigen müsse man dabei die Veränderungen der Kommunikationswege in der Gesellschaft, gerade auch bei jüngeren Menschen. "Deshalb sind die Träger von Beratungsstellen in den nächsten Jahren gefordert, einen dynamischen Organisationsentwicklungsprozess zu gestalten, der angesichts der anstehenden Veränderungen schnell angestoßen und in die Praxis umgesetzt werden muss", sagt Christian Stockmann, Vorstand des Caritas-Verbandes Arnsberg-Sundern. "Der digitale Wandel betrifft sowohl die Beratungs- und Dienstleistungsarbeit als auch die gesellschaftliche Verantwortung von Caritas als wichtigem Akteur im Sozial- und Gesundheitswesen."
Mit dem Referenten Uwe Kopp (links) erarbeiteten die Teil-nehmer Umsetzungsstrategien zur Digitalisierung im Sozialen. (von links: Uwe Kopp, Rebecca Köster, IN VIA Olpe, Alexandra Hesse, Caritas Olpe, Abel Akindejoye, Caritas Büren, Christoph Gehrmann, Caritas Dortmund)(Foto: cpd)
Der Workshop "Digitalisierung im Sozialen - Beratung 4.0" fand als Kooperationsveranstaltung des Diözesan-Caritasverbandes Paderborn, der Caritas Arnsberg-Sundern, des SKM Dortmund sowie des CSR-Kompetenzzentrums im Deutschen Caritasverband und unter Mitwirkung des Automobilherstellers Hyundai statt. "Sich auf die Digitalisierung und die entsprechenden Unterstützungsprozesse einzulassen heißt über Fachwissen zu verfügen, aber auch das Zwischenmenschliche im Blick zu behalten", sagte Referent Uwe Kopp von "Boostberg Digital Solutions" aus Hannover, Experte für digitale Veränderungsprozesse. Trotz aller Technik betrage der Aufwand für das "Menscheln" 80 Prozent gegenüber dem Fachwissen mit 20 Prozent, so Kopp. Deshalb seien Verbände oder Unternehmen schlecht beraten, wenn sie die technische Ausstattung in den Vordergrund stellten.
"Bei der Digitalisierung muss die Caritas Chancen und Risiken gegeneinander abwägen", betont Christoph Eikenbusch vom Diözesan-Caritasverband. Einerseits sieht er große Einsparpotentiale. Da jeder Mitarbeiter im Büro durchschnittlich mehr als 20 Prozent seiner Arbeitszeit zum Suchen von Datenvorgängen oder zur Optimierung des Wissensmanagement verwende, könne durch die Unterstützung von "künstlicher Intelligenz" Zeit gespart werden, die dann für die Beratung genutzt werden kann. Andererseits wolle die Caritas als Anwalt für Benachteiligte dafür sensibilisieren, wenn Menschen als Folge der Digitalisierung ins gesellschaftliche Abseits zu geraten drohen. "Die Digitalisierung darf nicht den Menschen beherrschen, sondern muss ihm nutzen", betont Alwin Buddenkotte, Geschäftsführer des SKM Dortmund.
Die Teilnehmer vereinbarten Meilensteine zum weiteren Umgang mit der Digitalisierung. So soll beispielweise an der Initiierung und professionellen Begleitung von Veränderungsprozessen weitergearbeitet werden.