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Brigitte Toppke bedankt sich mit ihrem Patenkind bei Optiker Michael Faupel für die neue Brille. Die Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn um Geschäftsführer Matthias Krieg (rechts) wollen das Brillenprojekt fortsetzen und weiterhin Hilfebedürftigen Zuschüsse zu ihrer Brille zur Verfügung stellen.(Foto: cpd / Jonas) |
Den Durchblick zu behalten ist für viele bedürftige Brillenträger nicht leicht. Einen Zuschuss zum Kauf von Brillen geben die Krankenkassen nur in Ausnahmefällen. Ein Unding, finden die Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn und starteten die Aktion „Den Durchblick behalten“. Beziehern kleiner Einkommen oder Empfängern von Arbeitslosengeld II helfen sie bei der nötigen Anschaffung neuer Sehhilfen.
Unterstützung bekam die Vinzenz-Konferenz in Paderborn nun von Optiker Michael Faupel. Der Inhaber von „Optik am Dom“ spendierte 50 topaktuelle Brillen samt Gläsern und individueller Anpassung. „Er hat sich so viel Zeit für uns genommen“, bedankte sich Brigitte Toppke, deren Patenkind dringend eine neue Brille benötigte. Die gespendeten Brillen erreichten Menschen unterschiedlichen Alters. Einige hätten nur noch notdürftig zusammengeflickte Brillengestelle gehabt, berichtet Matthias Krieg, Geschäftsführer der Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn. „Andere waren jahrelang nicht mehr beim Optiker gewesen und trugen Brillen mit unpassender Schärfe. Einige waren sogar Jahrzehnte ohne Brille irgendwie zurechtgekommen.“ Nach der Anpassung der Brillen seien so manche gesundheitlichen Beschwerden entfallen, die bis dato unerkannt mit dem Fehlen einer Brille zusammenhingen.
Bei der Aktion fiel auf, dass unter den Beschenkten kaum ältere Menschen sind. Daher wollen die Vinzenz-Konferenzen in den kommenden Wochen der Frage nachgehen, wieso diese die angebotene Hilfe der Vinzenz-Konferenzen nicht in Anspruch nehmen. „Haben sich diese Menschen damit abgefunden, nicht mehr gut sehen zu können? Wird bei Pflegebedürftigen kein Wert darauf gelegt, dass sie optimal sehen können?“, fragt Matthias Krieg. Die Vinzenz-Konferenzen wollen ihr Brillenprojekt jedenfalls fortsetzen und Hilfebedürftigen nach Kräften Zuschüsse zu ihrer Brille zur Verfügung stellen.
Mit der Aktion „Den Durchblick behalten“ machen die Vinzenz-Konferenzen auf den ungerechten Umstand aufmerksam, dass Menschen mit geringem Einkommen keinen Zuschuss der gesetzlichen Krankenkasse zu ihren Brillengläsern erhalten. Ausnahmen stellen nur Fälle extrem ausgeprägter Sehbehinderung dar. Den bevorstehenden Bundestagswahlkampf wollen die Vinzenz-Konferenzen nutzen, um ihre Forderung nach einer Gesetzesänderung zu unterstreichen. „Krankenkassen sollten eine Brille für einkommensschwache Versicherte bezuschussen“, fordert Matthias Krieg.
An der Aktion „Den Durchblick behalten“ beteiligen sich die Vinzenz-Konferenzen in Paderborn, Brilon, Herne (Herz-Jesu), Iserlohn (Hl. Dreifaltigkeit) und Witten (St. Johannes). Nähere Informationen unter www.vinzenz-konferenzen.de sowie bei Matthias Krieg unter Tel. 05251/209-213.