Der Fachdienst der offenen sozialen Altenarbeit der Caritas begrüßt die vom Bundesseniorenministerium vorgelegten Empfehlungen zum Thema "Ältere Menschen und Digitalisierung". Dieses Thema habe durch COVID 19 nochmal eine ganz neue Dimension erhalten, betont Marie-Luise Tigges vom Diözesan-Caritasverband Paderborn. Während des Lockdowns habe sich die Digitalisierung als Fluch und Segen zugleich erwiesen, da digitale Medien zeitweise fast das einzige Kontaktmedium für ältere Menschen nach außen waren. "Wohl denen, die entsprechend mit Laptop und Handy ausgerüstet waren und die wussten, damit umzugehen", betont Tigges.
Im jetzt vorgelegten achten Altersbericht des Ministeriums werden konkrete Empfehlungen ausgesprochen: vom benötigten höheren Stellenwert der Umsetzungsstrategien über Stärkung der digitalen Souveränität bis hin zur Berücksichtigung von individuellen Kompetenzen älterer Menschen in Bezug auf digitale Technologien. "Es ist aus Sicht der offenen sozialen Altenarbeit mehr als begrüßenswert, die Digitalisierung für ältere Menschen zu forcieren, um diese als eine weitere Möglichkeit der Kommunikation und praktischen Lebenshilfe zu nutzen." Allerdings gebe es d i e älteren Menschen in dieser Verallgemeinerung gibt. "Es spielt eine große Rolle, welche Bildung man hat, in welchem Bereich man beruflich tätig war und wie die Affinität zu Technik aussieht." Es bedürfe viel Zeit und individueller Lösungen, um ältere Menschen ihren eigenen Möglichkeiten gemäß mit digitaler Technik vertraut zu machen.
Die im Bericht genannte Aufgabe von Kommunen, die Daseinsvorsorge digital zu gewährleisten und strukturell weiterzuentwickeln, sei aus Caritassicht zu begrüßen. Tigges: "Wichtig ist, dass neben der Digitalisierung die persönlichen Kontakte weiter ermöglicht und ausgebaut werden." In diese Richtung gehen auch die Erfahrungen, die die örtlichen Fachdienste der Offenen sozialen Altenarbeit im Erzbistum Paderborn machen. Während des Lockdowns haben sie ältere Menschen befragt, was ihnen in dieser Zeit wichtig war. Die Antworten lauteten beispielsweise: "Ich hoffe, dass die Kontakte nicht abbrechen und man nicht einsam ist." oder "Ich brauche die Treffen mit Familie, Freunden, Nachbarn, Gottesdienstbesuche und Seniorennachmittage".