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Stand: 10.11.2017

Pressemitteilung

Caritas im Erzbistum Paderborn gründet erste Genossenschaft

Caritas im Erzbistum Paderborn gründet erste GenossenschaftGründungsmitgliedercpd/Jonas

Es ist die erste und bisher einzige Genossenschaftsgründung der Caritas in Deutschland: 16 Verbände und Träger der Caritas aus dem Erzbistum Paderborn haben im Katholischen Centrum in Dortmund die „Caritas-Dienstleistungs- und Einkaufsgenossenschaft im Erzbistum Paderborn“ (cdg) gegründet. „Der Name ist dabei Programm“, erklärt Patrick Wilk, Vorstand des Caritasverbandes Paderborn, der bei der Gründungsversammlung zum Vorstandsvorsitzenden der neuen Genossenschaft gewählt wurde. „Im Kern geht es darum, administratives und technisches Know-how und Ressourcen für die Caritasträger gebündelt zu organisieren und bereitzustellen.“ Das erhöht für die Verbände unterschiedlicher Größenordnung die Planungssicherheit.

Zu den Gründungsmitgliedern der Genossenschaft gehören neben dem Diözesan-Caritasverband Paderborn zwölf örtliche Caritasverbände (Bielefeld, Brilon, Dortmund, Hagen, Herford, Herne, Iserlohn, Lünen, Minden, Olpe, Paderborn und Soest), zwei Caritas-Fachverbände (der IN VIA Diözesanverband Paderborn und der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Paderborn) sowie eine Caritas-Tochtergesellschaft (Alten- und Krankenhilfe der Caritas gemeinnützige Gesellschaft mbH Olpe). Die Paderborner Bank für Kirche und Caritas schloss sich der Genossenschaft als investierendes Mitglied an. Der Kernvorteil für die jeweils selbstständigen Verbände und Einrichtungsträger liege in den Synergie-Effekten, erklärt Patrick Wilk: „Unsere Mitglieder und Kunden können sich teure Ausbildungen und Abhängigkeiten von Spezialisten oder die Beauftragung externer Dienstleister sparen.“

Genossenschaftsgründung im Raiffeisen-Jubiläumsjahr

Die Gründung der Genossenschaft fällt in das Raiffeisen-Jubiläumsjahr, in dem der 200. Geburtstag des Genossenschaftsvordenkers Friedrich Wilhelm Raiffeisen begangen wird. Eine Projektgruppe unter der Leitung der Caritasvorstände von Paderborn und Olpe hatte schon kurz nach dem Start im Herbst vergangenen Jahres der Genossenschaftsform gegenüber anderen Rechtskonstruktionen den Vorzug gegeben. Mit Unterstützung des Genossenschaftsverbandes der Regionen, der Interessensvertretung für rund 3.000 Mitgliedsgenossenschaften in Deutschland, gestaltete sie diese basisorientierte und auf Selbstverwaltung hin ausgerichtete Konstruktion speziell für die Caritas im Erzbistum Paderborn. Ergebnis ist die Gründungsversammlung in Dortmund, wo der  Caritasverband für das Erzbistum Paderborn 1915 auch seine Geburtsstunde hatte. Die Gründung der Caritas-Genossenschaft sei „ein bedeutendes Ereignis“ für die Caritas, betonte Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig. „Das wird in die Geschichte des Verbandes eingehen. Damit betreten wir Neuland.“

Christoph Gottwald, zuständig für Gründerfragen beim Genossenschaftsverband, lobt den gelungenen Gründungsprozess. „Mit fast 500.000 Euro Kapital startet die Genossenschaft solide finanziert in die praktische Arbeit.“ In der Projektgruppe sei das Kooperationsmodell bereits praktisch umgesetzt worden, erklärt Lüttig. „Sechs Caritasvorstände und Vertreter des Diözesan-Caritasverbandes haben aufgabenteilig das Konzept mit allen Grundlagen und Details entwickelt und eine große Zahl der Entscheider anderer Caritasverbände und -träger für das Modell begeistern können.“ Das System „Genossenschaft“ ist zudem offen für Entwicklung. „Weitere Interessierte können auch nach der jetzt erfolgten Gründung einsteigen oder aber zunächst als Kunde die cdg kennenlernen“, sagt Lüttig.

Zukunftsfähiges Leistungsspektrum

Starten wird die Genossenschaft cdg mit den Bereichen gemeinsamer Einkauf, EDV und Datenschutz. „Dabei wird unser Angebot rund um den Datenschutz bereits zeitnah zum 1. Mai 2018 an den Start gehen“, freut sich Esther van Bebber vom Diözesan-Caritasverband Paderborn, die zum neu gewählten, dreiköpfigen Vorstand der cdg gehört. „Wir können so die Caritasträger aktiv und individuell unterstützen, den neuen gesetzlichen Anforderungen, die Ende Mai in Kraft treten, gerecht zu werden.“

Kurz- und mittelfristig versprechen sich die Gründungsmitglieder die größten Vorteile vom innovativen Potenzial des genossenschaftlichen Wirtschaftens. Bereits jetzt beziehen rund 30 caritative Rechtsträger innerhalb des Erzbistums Paderborn Strom und Gas gemeinsam. Dieses System ist erweiterbar auf EDV-Hard- und Software oder Hygieneartikel, aber auch Lebensmittel, die zur Leistungserbringung der Einrichtungen und Dienste erforderlich sind. Christoph Becker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der cdg und Vorstand des Caritasverbandes Olpe, betont, dass von den erzielten Einsparungen im Wesentlichen die gemeinnützigen Mitglieder der cdg profitieren. Lediglich ein kleiner Teil diene der Finanzierung der Organisation der Dienst- und Einkaufsleistung. Die Initiatoren der Caritas sind sich sicher, dass der Bedarf an unterstützenden Dienstleistungen dieser Art in den nächsten Jahren steigen wird. Dazu kommt, dass viele Themenbereiche immer komplexer werden und das Know-how und die Möglichkeiten einzelner Verbände übersteigen. Gezielt wird die cdg auch Nachhaltigkeitsthemen wie „Elektromobilität“ angehen. Bereits jetzt bestehen Kooperationen mit dem Aachener Unternehmen e.GO, das ein speziell für die ambulante Pflege ausgerichtetes Elektrofahrzeug entwickelt hat und ab Ende 2018/Anfang 2019 produziert. Die cdg hat mit ihren Mitgliedern bereits zahlreiche Fahrzeuge vorbestellt.

Erster Vorstand und Aufsichtsgremium gewählt

In den Vorstand der cdg wurden bei der Gründungsversammlung Patrick Wilk (Caritas Paderborn), Christoph Becker (Caritas Olpe) und Esther van Bebber (Diözesan-Caritasverband Paderborn) gewählt. Dem Aufsichtsgremium gehören fünf Vorstände von Orts- und Kreis-Caritasverbänden aus allen Regionen des Erzbistums Paderborn an. Das belege den „basisorientierten und dezentralen  Charakter der cdg“, betont der neue Aufsichtsratsvorsitzende Lutz Gmel, Vorstand der Caritas Soest.

Info

Caritas-Dienstleistungs- und Einkaufsgenossenschaft im Erzbistum Paderborn (cdg)

Caritas im Erzbistum Paderborn gründet erste GenossenschaftVorstand und Aufsichtsratcpd/Jonas

Gründungsmitglieder sind neben dem Diözesan-Caritasverband Paderborn die Caritasverbände Bielefeld, Brilon, Dortmund, Hagen, Herford, Herne, Iserlohn, Lünen-Selm-Werne, Minden, Olpe, Paderborn und Soest, die Alten- und Krankenhilfe der Caritas gemeinnützige Gesellschaft mbH in Olpe, sowie als Caritas-Fachverbände der IN VIA Diözesanverband Paderborn für Mädchen- und Frauensozialarbeit e.V. und der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Paderborn. Als investierendes Mitglied ist zudem die Bank für Kirche und Caritas (Paderborn) beigetreten.

In den Aufsichtsrat wählten die Gründungsmitglieder: Lutz Gmel (Vorsitzender Aufsichtsrat; Vorstand Caritas Soest), Anna Gockel (stellv. Vorsitzende Aufsichtsrat; Vorstand Caritas Hagen), Heinz-Georg Eirund (Vorstand Caritas Brilon), Ulrich Paus (Vorstand Caritas Bielefeld), Georg Rupa (Vorstand Caritas Dortmund)

Als Vorstand bestellte der Aufsichtsrat: Patrick Wilk (Vorstandvorsitzender cdg; Vorstand Caritas Paderborn), Christoph Becker (stellv. Vorstandvorsitzender cdg; Vorstand Caritas Olpe), Esther van Bebber (Diözesan-Caritasverband Paderborn)

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