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Stand: 10.11.2017

Pressemitteilung

Höhere Löhne auch ohne Streik

Gebetsmühlenartig wiederholt die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, dass das kirchliche Arbeitsrecht abgeschafft gehöre, „weil es mehr als einer Million Beschäftigten das Grundrecht auf Streik nimmt“, so jüngst wieder Verdi-Chef Frank Bsirske in einem Interview (u. a. in der „Westfalenpost“). Für das Recht kirchliche Einrichtungen zu bestreiken, ist denn auch Verdi bis vor das Bundesverfassungsgericht gezogen. So viel Aufwand wäre in Bezug auf höhere Löhne bei Caritas und Diakonie gar nicht nötig gewesen, sagt die Zeitschrift „Wohlfahrt intern.“  Denn die sind bei Caritas und Diakonie in den meisten Fällen auch ohne Streikrecht höher. Konkret: Die von Verdi in der Sozialwirtschaft ausgehandelten Tarife hinken u. a. in Nordrhein-Westfalen weitgehend denen der Caritas hinterher. Dies ist das Ergebnis eines ausführlichen Tarifvergleichs, den die Fachzeitschrift zu 44 Berufsgruppen und Tätigkeiten in der Sozialwirtschaft vorgelegt hat. „Der von Verdi als Erfolg gewertete Tarifvertrag mit den Diakonischen Werken in Niedersachsen nimmt sich vor diesem Hintergrund etwas bescheiden aus“, erklärt Norbert Altmann vom Diözesan-Caritasverband Paderborn, zugleich Sprecher der Dienstgeberseite der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbandes. „Dass nur dort höhere Löhne und bessere Arbeitnehmerrechte durchgesetzt werden können, wo gestreikt werden darf, stimmt zumindest in der Sozialwirtschaft nicht mit der Realität überein.“   

Höhere Löhne auch ohne Streik - Grafik

Die von Verdi aufgestellte Behauptung, dass im so genannten „Dritten Weg“ des kirchlichen Arbeitsrechtes einseitig die Arbeitgeber die Regeln aufstellen, an die sich dann alle zu halten hätten, werde nicht richtiger, wenn man sie ständig wiederhole. „Der ´Dritte Weg` basiert  auf dem Konsensprinzip zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Dies entspricht dem kirchlichen Charakter der Einrichtungen. Caritas-Einrichtungen sind nun einmal  Teil der Kirche“, so Altmann. Damit auch unter dem Konsensprinzip nicht doch die jeweiligen Dienstgeber-Vertreter am längeren Hebel sitzen, seien in den letzten Jahren die Mitarbeiterrechte deutlich gestärkt worden. „Natürlich gibt es immer etwas zu verbessern. Aber dennoch hat sich die Sonderform eines eigenen kirchliches Arbeitsrechtes gerade in der Sozialwirtschaft als Segen erwiesen.“ Der Dritte Weg garantiere in einer Branche, die für Lohndumping anfällig sei, ein hohes Maß an Tarifbindung.  

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