Caritasdirektoren van Bebber und Nolte unterstützen die Petition für Tariftreue: Tarifliche Bezahlung muss dauerhaft abgesichert bleiben.(Foto: cpd/Tanja Münnich)
Der Caritasverband für das Erzbistum Paderborn unterstützt die Petition "Tariftreue besser machen!" der Caritas in Nordrhein-Westfalen. Anlass ist die geplante Reform des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG). Nach den bisherigen Plänen der Bundesregierung droht die gesetzlich gesicherte Refinanzierung tariflicher Personalkosten in Pflege und sozialen Diensten eingeschränkt zu werden. Mit der Petition fordert die Caritas die Bundesregierung auf, die Finanzierung tariflicher Vergütungen dauerhaft gesetzlich abzusichern.
Diözesan-Caritasdirektorin Esther van Bebber(Foto: cpd/Verena Neuhaus)
"Unsere Mitarbeitenden leisten Tag für Tag unverzichtbare Arbeit für pflegebedürftige, kranke und benachteiligte Menschen", sagt Diözesan-Caritasdirektorin Esther van Bebber. "Wer von ihnen Qualität, Engagement und Verlässlichkeit erwartet, muss auch dafür sorgen, dass ihre tarifliche Bezahlung dauerhaft abgesichert ist. Andernfalls gerät ein bewährtes System sozialer Versorgung ins Wanken."
Die Petition ist Teil der NRW-weiten Kampagne "besser machen" der Caritas. Unter dem Leitmotiv "besser machen statt schlecht reden" macht die Kampagne deutlich, wie die Caritas mit konkreten Vorschlägen zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beiträgt. Zugleich zeigt sie auf, welche politischen Rahmenbedingungen notwendig sind, damit Pflege, medizinische Versorgung und soziale Dienste auch künftig verlässlich funktionieren.Nach Einschätzung der Caritas gefährden die geplanten Regelungen die wirtschaftliche Stabilität vieler freigemeinnütziger Träger von Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und sozialen Diensten. Die Einrichtungen bleiben selbstverständlich verpflichtet, ihre Beschäftigten nach den unabhängig ausgehandelten Tarifwerken - bei der Caritas nach den Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) - zu vergüten. Gleichzeitig könnte die vollständige Refinanzierung dieser Personalkosten künftig nicht mehr gewährleistet sein.
Diözesan-Caritasdirektor Ralf Nolte(Foto: cpd/Verena Neuhaus)
Mehr als 73.000 Mitarbeitende sind bei der Caritas im Erzbistum Paderborn beschäftigt. Sie arbeiten in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe, der Kinder- und Jugendhilfe sowie in zahlreichen Beratungs- und sozialen Diensten. Auch diese Einrichtungen und Dienste wären von einer eingeschränkten Refinanzierung tariflicher Personalkosten unmittelbar betroffen. "Die geplanten Änderungen mögen auf dem Papier wie eine finanztechnische Regelung wirken. Tatsächlich entscheiden sie darüber, ob Einrichtungen weiterhin ausbilden, Fachkräfte gewinnen und ihre Angebote aufrechterhalten können", erklärt Diözesan-Caritasdirektor Ralf Nolte. "Wenn tarifliche Personalkosten nicht mehr vollständig refinanziert werden, verschärft das den Druck auf ein Versorgungssystem, das vielerorts ohnehin an seine Grenzen stößt. Leidtragende sind letztlich die auf Unterstützung angewiesenen Bürgerinnen und Bürger."
Allein die Caritas beschäftigt bundesweit rund 770.000 Mitarbeitende, davon rund 281.000 in Nordrhein-Westfalen. Tarifliche Vergütungssysteme wie die AVR der Caritas sichern gute Arbeitsbedingungen, stärken die Gewinnung von Fachkräften und tragen wesentlich zur Qualität der Versorgung bei. "Mit unserer Unterstützung der Petition wollen wir deutlich machen: Gute Pflege, gute Medizin und verlässliche soziale Dienste brauchen politische Entscheidungen, die Verantwortung übernehmen statt Unsicherheit zu schaffen. Dafür machen wir uns gemeinsam stark", betonen van Bebber und Nolte.
Info
Die Petition "Tariftreue besser machen!" der Caritas in Nordrhein-Westfalen kann online unterzeichnet werden: https://openpetition.org/xpnhb