Dr. Holger Kempkens, Direktor des Diözesanmuseums Paderborn, überreichte die Spende für die ukrainische Caritas-Spes an Esther van Bebber (rechts) und Nadine Mersch vom Caritasverband für das Erzbistum Paderborn.(Foto: Annalena Müller)
Mit einer Spendenbox im Foyer hat das Diözesanmuseum Paderborn Museum Gelder zur Unterstützung der Nothilfe der ukrainischen Caritas-Spes gesammelt. Museumsdirektor Dr. Holger Kempkens überreichte nun die Spenden in Höhe von 2.600 Euro an Diözesan-Caritasdirektorin Esther van Bebber.
Die Spenden sollen konkret dem Kinderferiendorf Jablunitsa in den ukrainischen Karpaten zugutekommen, erklärte van Bebber. Das Feriendorf war in den 1990er-Jahren mit Unterstützung der Caritas im Erzbistum Paderborn aufgebaut worden - zunächst als Erholungsort für Kinder, die von den Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl betroffen waren. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges 2022 hat sich die Aufgabe gewandelt: Heute finden dort vor allem Familien Schutz und Erholung, die durch Bombardierungen, Flucht oder traumatische Erlebnisse schwer belastet sind.
"Jeder Euro aus dieser Spendenbox hilft ganz konkret, Familien in der Ukraine eine Zeit der Sicherheit und des Aufatmens zu ermöglichen", sagte Nadine Mersch, zuständig für die Auslandskontakte beim Caritasverband. Denn für viele Mütter und Kinder sind die Tage in Jablunitsa eine seltene Atempause. So bedankte sich Anastasia aus Kyjiw nach ihrem Aufenthalt mit ihrer schwerstbehinderten Tochter: "Hier hatten wir zwei Wochen voller Glück." Das erste Mal seit langem habe sie mit ihrer von einer seltenen genetischen Krankheit betroffenen Tochter "einfach nur Mutter und Tochter sein" können. Inna, ebenfalls aus Kyjiw, berichtete, wie sie mit ihrem fünfjährigen Sohn Pavlyk im Juli 2024 bei einem Bombardement nur knapp dem Tod entronnen ist. Pavlyk stottert seitdem, leidet unter Ängsten. Im Kinderdorf erlebte Inna eine andere Wirklichkeit. "Hier in den Karpaten ist Pavlyk richtig aufgeblüht", erzählt sie. Keine Sirenen, keine Explosionen - stattdessen Berge, Natur und Gemeinschaft.
"Das Kinderferiendorf Jablunitsa ist eine Insel der Hoffnung inmitten eines andauernden Krieges", sagte Museumsdirektor Dr. Holger Kempkens. "Ich bin unseren Besucherinnen und Besuchern sehr dankbar für dieses sichtbare Zeichen der Solidarität mit Menschen in Not."
Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung im Kinderferiendorf betragen nur 26 Euro pro Person und Tag. Doch viele Familien können diesen Betrag nicht selbst aufbringen. Umso wichtiger ist die Unterstützung aus Paderborn. "Wir freuen uns über jede Spende, die wir unseren Kolleginnen und Kollegen in der Ukraine weiterleiten können", sagt Diözesan-Caritasdirektorin Esther van Bebber.
Info
Der Caritasverband für das Erzbistum Paderborn leitet zusätzliche Spenden gerne weiter an die Caritas-Spes in der Ukraine: Spendenkonto DE 54 4726 0307 0000 0043 00 bei der Bank für Kirche und Caritas. Stichwort: Ukraine. Shortlink zur Spendenmöglichkeit: http://twn.gl/hilfeukr