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Stand: 27.01.2016

Basisinformationen

Caritasverband für das Erzbistum Paderborn e. V.

Logo Diözesancaritasverband Paderborn

Struktur und Aufgaben

Im Caritasverband für das Erzbistum Paderborn (kurz: Diözesan-Caritasverband) sind die caritativen Einrichtungen und Dienste der katholischen Kirche in Ost- und Südwestfalen sowie im östlichen Ruhrgebiet zusammengefasst. Hinzu kommen Bereiche im nördlichen Hessen (Dekanat Waldeck) und die Stadt Bad Pyrmont in Niedersachsen.

Der Diözesan-Caritasverband ist selbst kein Träger von Diensten und Einrichtungen. Seine Aufgabe ist es, im Auftrag des Erzbischofs von Paderborn die Caritas-Arbeit im Erzbistum Paderborn zu koordinieren, zu unterstützen und weiter zu entwickeln. Die Caritas-Arbeit vor Ort wird von vielen unterschiedlichen Trägern geleistet: von lokalen Caritas- und Fachverbänden, Kirchengemeinden, caritativen Vereinen, gemeinnützigen Gesellschaften oder Stiftungen. Als Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege vertritt sie der Diözesan-Caritasverband auch gegenüber dem Staat und den öffentlichen Kostenträgern.

Insgesamt bieten rund 750 katholische Träger caritative Hilfe in 1.900 Diensten und Einrichtungen. Über 56.000 Personen sind in den caritativen Einrichtungen tätig, darunter etwa die Hälfte in den 50 katholischen Krankenhäusern.

Unmittelbare Gliederungen des Diözesan-Caritasverbandes sind 23 Orts- und Kreiscaritasverbände (OCV). Jeder OCV ist als eigenständiger Verein („e.V.“) organisiert und wird von persönlichen Mitgliedern getragen. Insgesamt gibt es ca. 40.000 persönliche Caritas-Mitglieder. Dem Diözesan-Caritasverband sind Fachverbände mit jeweils eigenen örtlichen Gliederungen angeschlossen: Caritas-Konferenzen (CKD), Vinzenz-Konferenzen, Sozialdienst katholischer Männer (SKM),  Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), Malteser Hilfsdienst (MHD), IN VIA Katholische Mädchensozialarbeit und der Kreuzbund. Hinzu kommen korporative Mitglieder wie Träger der Gesundheits- und Altenhilfe oder der Behindertenhilfe. Die fachliche Arbeit wird durch die angeschlossenen diözesanen Arbeitsgemeinschaften gestaltet und begleitet.

Die Geschäftsstelle des Caritasverbandes für das Erzbistum Paderborn nimmt die Aufgaben der Hauptabteilung „Caritative und soziale Dienste“ des Erzbischöflichen Generalvikariates Paderborn wahr.

Der Caritasverband für das Erzbistum Paderborn ist Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Nordrhein-Westfalen.

Aufbau und Organe

  • Delegiertenversammlung (jährlich)
  • Verwaltungsrat (zwei Mal jährlich)
  • Diözesan-Vorstand
    Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes ist seit 2013 Dr. Thomas Witt. Diözesan-Caritasdirektor (Geschäftsführer) ist Josef Lüttig (seit 2009).

Historische Entwicklung

Caritas (lat.: tätige Nächstenliebe) ist als Auftrag des Evangeliums so alt wie das Christentum selbst. Neben der individuellen Verpflichtung jedes Christen zur tätigen Nächstenliebe gab es schon immer organisierte Formen der Caritas, etwa in den Klöstern. Im 19. Jahrhundert reichte diese Form der organisierten Caritas nicht mehr aus. Die industrielle Revolution führte zur Verelendung breiter Schichten. Caritas-Vereine entstanden in den Kirchengemeinden: 1845 organisierten sich Frauen in Olpe, 1847 in Soest in so genannten Elisabeth-Vereinen (heute Caritas-Konferenzen). 1849 schlossen sich Männer in Paderborn erstmals zu einer Vinzenz-Konferenz zusammen. Gleichzeitig entstanden zahlreiche Einrichtungen der Gesundheits- und Erziehungshilfe – begünstigt durch die Gründung neuer caritativer Ordensgemeinschaften. 1913 zählte das Bistum Paderborn 112 katholische Krankenhäuser.

In jene Zeit fiel auch die Gründung der caritativen Verbände: der Verein für Jugendhilfe (1894), der SkF und SKM (1899/1912), IN VIA (1907) und der Kreuzbund (1905). 1906 wurde in Dortmund der erste örtliche Caritasverband des Bistums gegründet. Am 8. Dezember 1915 fasste Bischof Karl Joseph Schulte die caritativen Aktivitäten in einem übergeordneten „diözesanen“ Caritasverband zusammen. Bis 1933 erfolgte ein stetiger Ausbau der organisierten Caritas. 1925 gab es bereits 27 Orts- und Kreiscaritasverbände und 300 Orts-Caritasausschüsse in den Pfarrgemeinden. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Arbeit der Caritas durch zahlreiche Schikanen behindert. Diözesan-Caritasdirektor Rudolf Dietrich wurde wie viele andere caritativ tätige Priester und Laien immer wieder verhört bzw. in Haft genommen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete der Diözesan-Caritasverband die katholische Osthilfe im Erzbistum Paderborn. Diesem Hilfswerk verdankten viele Tausend Heimatvertriebene Wohnung, Kleidung, Lebensmittel und letztlich ihre Integration. Insgesamt nahm das Erzbistum Paderborn 730 000 heimatvertriebene Katholiken auf - so viele wie kein anderes deutsches Bistum. Die Flüchtlinge machten rund ein Drittel der ansässigen katholischen Bevölkerung aus.

Der Ausbau einer beruflichen Caritas deutete sich bereits 1948 an, als in Bochum, damals Erzbistum Paderborn, die erste Ausbildungsstätte für Familienpflege in Deutschland eröffnet wurde. Mit der Ankunft der ersten Gastarbeiter erfolgte ab 1956 der Aufbau der Ausländersozialdienste. Die siebziger und achtziger Jahre waren geprägt durch die weitere Ausdifferenzierung der Hilfen. Sozialstationen und Beratungsstellen z. B. für Erziehungsfragen, Schwangere und Überschuldete wurden aufgebaut. In den neunziger Jahren wurden auf allen Caritas-Ebenen Leitbilder erstellt, so auch 1998  im Diözesan-Caritasverband. Die Kernbotschaft lautet: Caritas leistet aus dem christlichen Menschenbild heraus Hilfe für Menschen in Not, ist gleichzeitig Anwalt und Partner Benachteiligter.  

Der Diözesan-Caritasverband bietet Beratung, Information, Koordination und Interessensvertretung in den Bereichen

Gesundheits- und Altenhilfe

  • Altenhilfe
  • Krankenhäuser
  • ambulante Pflegedienste
  • Gesundheits- und Pflegeberufe
  • Hospizarbeit
  • Kur- und Erholungshilfen

Beratende Dienste, Gefährdetenhilfe, Integration

  • Allgemeine Sozialberatung
  • Schuldnerberatung
  • Sozialrechtsberatung
  • Suchtkrankenhilfe
  • Straffälligenhilfe
  • Integration/Migration
  • Soziale Brennpunkte
  • Wohnungslosenhilfe
  • Arbeit/Arbeitslosigkeit
  • Rechtliche Betreuungen
  • Sozialkaufhäuser
  • EU-Förderberatung

Kinder- Jugend- und Behindertenhilfe

  • Tageeinrichtungen für Kinder
  • Erziehungshilfe / Familienhilfe
  • Behindertenhilfe

weitere Leistungsbereiche

Bundesfreiwilligendienst, offene soziale Altenarbeit, Ehrenamt, internationale Kontakte, Fachdienst Caritas-Koordination in den Dekanaten des Erzbistums Paderborn, wirtschaftliche Beratung usw

 

Ehrenamt in der Caritas

Gemeinsam Freude schenken und Freude erfahren – dafür haben sich im Erzbistum Paderborn rund 22.000 Männer und Frauen entschieden. So viele engagieren sich ehrenamtlich in Caritasverbänden oder caritativen Fachverbänden. Die weitaus meisten Ehrenamtlichen (ca. 17.000) sind in den Kirchengemeinden in Caritas-Konferenzen und -Helfergruppen organisiert. Sie leisten Besuchsdienste in der Nachbarschaft, im Altenheim oder Krankenhaus, engagieren sich in Lebensmittelprojekten oder als Sprachpaten für Migrantenkinder.  Auch Malteser, Kreuzbund, SkF/SKM oder Vinzenz-Konferenzen bieten attraktive Aufgaben für Ehrenamtliche. Übrigens: Viele Einsatzfelder finden Sie auch im Internet: www.ehrenamt-caritas.de .

Herausgeber und Kontakt:

Caritasverband für das Erzbistum Paderborn e.V.
Fachstelle Grundsatzfragen u. Öffentlichkeitsarbeit 
Am Stadelhof 15
33098 Paderborn

Tel. 05251 / 209-311
info@caritas-paderborn.de
www.caritas-paderborn.de

Stand: 01/2016

mehr Infos: www.caritas-paderborn.de

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