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Stand: 10.11.2017

Pressemitteilung

Herausforderungen in der Pflege

Diskutierten Möglichkeiten der Verbesserung in der Pflege (von links): Thomas Evers (NRW-Gesundheitsministerium), Georg Rupa (Vorstand Caritas Dortmund), Staatssekretär Edmund Heller (NRW-Gesundheitsministerium), Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig, Heinrich Westerbarkey, Brigitte von Germeten-Ortmann (alle Diözesan-Caritasverband), Christoph Gehrmann (Caritas Dortmund) und Christoph Menz (Diözesan-Caritasverband).Diskutierten Möglichkeiten der Verbesserung in der Pflege (von links): Thomas Evers (NRW-Gesundheitsministerium), Georg Rupa (Vorstand Caritas Dortmund), Staatssekretär Edmund Heller (NRW-Gesundheitsministerium), Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig, Heinrich Westerbarkey, Brigitte von Germeten-Ortmann (alle Diözesan-Caritasverband), Christoph Gehrmann (Caritas Dortmund) und Christoph Menz (Diözesan-Caritasverband). (Foto: cpd / Jonas)

Die neue Pflegeausbildung schnell und qualitativ gut umsetzen und die Personalausstattung in der Pflege verbessern - das waren Kernthemen bei einem Gespräch zur Gesundheitspolitik zwischen Paderborns Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig und Staatssekretär Edmund Heller vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS) sowie weiteren Verantwortlichen im Bernhard-März-Haus der Caritas in Dortmund.

Eine "Riesenherausforderung" für alle Beteiligten werde es sein, die neue Pflegeausbildung ab 2020 reibungslos und in guter Qualität umzusetzen, waren sich Lüttig und Heller einig. Das Ministerium werde alle Anstrengungen unternehmen, um insbesondere die Pflegeschulen bei der Entwicklung neuer Lehrpläne und didaktischer Konzepte konkret zu unterstützen, sagte Heller. Um die Fachseminare für Altenpflege vor dem Hintergrund der seit Jahren bestehenden Unterfinanzierung zu unterstützen, wolle Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann eine Gesetzesänderung in den Landtag einbringen, um den Förderbetrag von monatlich 280 auf 380 Euro pro Auszubildenden ab 2019 zu erhöhen. "Dies ist ein wichtiger Schritt zur Sicherung der Fachseminare, auch wenn die Summe immer noch nicht ausreichend ist", sagte Brigitte von Germeten-Ortmann, Abteilungsleiterin Gesundheitshilfe beim Diözesan-Caritasverband. Der tatsächliche Finanzbedarf liege bei monatlich mindestens 490 Euro.

Diskutiert wurden auch Befürchtungen, dass die insgesamt zu begrüßenden Aktivitäten des Bundes zur Verbesserung der Personalausstattung in der Pflege einen Sog Richtung Krankenhaus auslösen könnten, der dem Altenpflegebereich Pflegepersonal entziehe. Wenn zugesichert werde, dass im Krankenhaus jede neu besetzte Stelle refinanziert werde, könne dies dazu führen, dass Pflegekräfte dort sehr umworben werden und eher eine Anstellung in einem Krankenhaus als in einem Altenheim wählen. Verstärkt werden könne dieser Effekt noch dadurch, dass die Altenpflege meist schlechter vergütet werde als die Krankenpflege. Dies sei bei der Caritas anders, betonte Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig. Dort werde die Altenpflege genauso gut bezahlt wie die Krankenpflege. 

Trotz einer zukünftig attraktiven Pflegeausbildung sei abzusehen, dass der Bedarf an Pflegefachkräften nicht gedeckt werden könne, sagte Christoph Menz, Referatsleiter Altenhilfe beim Diözesan-Caritasverband. Deshalb bedürfe es neuer Personalkonzepte. "Im neuen Wohn- und Teilhabegesetz muss eine Modellklausel aufgenommen werden, die Trägern ermöglicht, neue Konzepte des Personaleinsatzes zu erproben", forderte Menz. Notwendig sei auch eine zweijährige möglichst bundeseinheitliche Pflegeassistenz-Ausbildung, um allen, die keine Fachkraftausbildung absolvieren können oder wollen, eine Ausbildung in der Pflege zu ermöglichen. Eine solche Assistenz-Ausbildung biete auch die Chance der späteren Weiterbildung zur Fachkraft.

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