Caritas allgemein

Reichenauer Evangelistar: Miniatur zum Gleichnis vom barmherzigen Samariter, Reichenau, um 1020, Ausschnitt.Reichenauer Evangelistar: Miniatur zum Gleichnis vom barmherzigen Samariter, Reichenau, um 1020, Ausschnitt.(Bayerische Staatsbibliothek, München)

Das ist kein Zufall. Jesus hat Nächstenliebe als Antwort auf die Liebe des göttlichen Vaters gelebt. Er hat dabei keinen Unterschied gemacht zwischen reich oder arm, fremd oder befreundet. Alle Menschen sind Kinder Gottes.

Wenn eines dieser Kinder in Not gerät, muss ihm geholfen werden, denn Jesus selbst ist in jedem Notleidenden präsent: „Ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen ...“. Die Heilige Schrift ist in Sache Nächstliebe unmissverständlich:. Ohne die aus der Gottesliebe entstehende Nächstenliebe bleibt der Mensch im Tode (1 Joh 3,14). Ohne Nächstenliebe besteht er nicht das Gericht (Mt. 25,31ff). Kein Wunder, dass das Christentum als Religion der Liebe gilt: für die antike Umwelt jedenfalls war diese Grundhaltung etwas völlig Neues.

Die christliche Caritas geht über das reine Mitgefühl oder Mitleid hinaus. Sie hat immer eine aktive Komponente. Kein Wunder, denn jeder, der schon einmal anderen Menschen geholfen hat, weiß, dass nur selten „schöne Worte“ oder einmalige Gesten ausreichen. Um Hilfe effektiv werden zu lassen, haben sich schon früh Christen zusammen getan, sei es in Ordensgemeinschaften oder in Vereinen und Initiativen. Gemeinsam geht es halt besser. Das gilt auch für den Caritasverband.