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Stand: 14.02.2017

Pressemitteilung

„Zeigen, auf welcher Seite man steht“

„Zeigen, auf welcher Seite man steht“Mit dem Hissen der Aktions-Fahne hat die Caritas die bistumsweite Kampagne „Hilfe durch Dich“ gestartet (v. r.): Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig, Vorsitzender Dr. Thomas Witt, Kampagnen-Koordinator Dr. Dirk Lenschen, Patrick Wilk (Caritasverband Paderborn), Christoph Becker (Caritasverband für den Kreis Olpe) und Annette Rieger (Caritas-Konferenzen im Erzbistum Paderborn) (Foto: cpd/Jonas)

Neue Mitglieder möchte die Caritas im Erzbistum Paderborn gewinnen. Caritasverbände und der Fachverband der Caritas-Konferenzen werben ab heute bistumsweit mit der „herzlichsten Formel der Welt“. Zu den Hintergründen der Kampagne „Hilfe durch Dich“ äußert sich Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig.

Warum eine Kampagne zur Werbung von Caritas-Mitgliedern?

Lüttig: Das Thema Caritas-Mitgliedschaft hat gerade im Erzbistum Paderborn eine besondere Bedeutung. Wir konnten da immer mit hohen Zahlen aufwarten. Legendär sind Werbeaktionen wie „Der wache Hahn“ von 1966, an deren Ende mehr als 61.000 zahlende Mitglieder registriert wurden. Das sind natürlich Zahlen, von denen man heute nur träumen kann. Aktuell sind es rund 24.000 zahlende Mitgliedern, hinzu kommt noch einmal die gleiche Anzahl an Ehrenamtlichen in den caritativen Fachverbänden, die laut Satzung ebenfalls Caritas-Mitglieder sind.

Ist das Thema Mitgliedschaft überhaupt noch aktuell?

Lüttig: In der Tat scheint eine Mitgliedschaft in Vereinen heute nicht mehr attraktiv zu sein. Auch Parteien oder Gewerkschaften klagen über Mitgliederschwund. Doch man muss differenzieren. So genießen Wohlfahrtsverbände nach wie vor eine erstaunlich hohe Wertschätzung. Laut AWO-Sozialbarometer 2015 halten immerhin zwei Drittel der Bevölkerung die Bedeutung der Verbände für die Gesellschaft für äußerst wichtig, 40 Prozent können sich eine Mitgliedschaft vorstellen.

Was ist das Besondere an einer Caritas-Mitgliedschaft?

Als Caritas-Mitglied ist man auf jeden Fall keine „Karteileiche“. Auch wer sich nicht aktiv ehrenamtlich engagieren kann oder mag, kann zahlendes Mitglied werden – übrigens mit einem moderaten Mindestbeitrag von zwölf Euro pro Jahr. Gelebt wird Caritas-Mitgliedschaft, ob aktiv oder zahlend, im eigenen Wohnort, dort wo beispielsweise Seniorenarbeit oder Krankenbesuchsdienste durch die Ehrenamtlichen der Caritas-Konferenzen organisiert werden. Als zahlendes Mitglied gehört man quasi zum Unterstützerkreis

Wie sieht Mitgliedschaft konkret aus?

Geworben werden Mitglieder in der Regel durch die Ehrenamtlichen der Caritas-Konferenzen in den Kirchengemeinden, die auch den Kontakt zu den Mitgliedern halten. Das Besondere ist nun, dass die Mitgliedschaft vereinsrechtlich angedockt ist an den jeweiligen Orts- oder Kreis-Caritasverband. Die Mitglieder bilden damit auch die Basis der Caritasverbände und sorgen dafür, dass Caritas auch im „Profi-Bereich“ eine soziale Bewegung bleibt …

…Caritas als soziale Bewegung?

Viele Menschen verbinden mit Caritas häufig nur noch den Pflegedienst oder die Beratungsstelle. Ich denke, dass die meisten gar nicht wissen, dass man auch Mitglied eines Caritasverbandes werden kann. Die Ökonomisierung unseres Sozial- und Gesundheitssektors hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass Wohlfahrtsverbände viel Kraft in die wirtschaftliche Seite ihrer Arbeit investieren müssen. Dies ist sicher wichtig, aber andererseits sind die Verbände gefordert, ihre zivilgesellschaftliche Basis zu stärken. Wir brauchen möglichst viele Unterstützer! In einer Gesellschaft, in der menschenverachtende Töne lauter werden, ist damit auch das Thema Caritas-Mitgliedschaft aktueller denn je. Als Caritas-Mitglied zeige ich, auf welcher Seite ich stehe: gegen Ausgrenzung und Hass, für eine solidarische und damit lebenswerte Gesellschaft.

Wie soll die Kampagne konkret aussehen?

Unsere Kampagne zielt auf die persönliche Kommunikation: Wir laden Haupt- und Ehrenamtliche ein, über ihre Erfahrungen mit der ´herzlichsten Formel der Welt´  zu berichten. Das kann beim Pfarrfest sein, an einem Werbestand in der Fußgängerzone oder bei einem Erzählcafé im Gemeindezentrum. Auch auf der Kampagnen-Website (www.hilfedurchdich.de) oder der Facebook-Seite soll diese einzigartige Erfahrung weiter gegeben werden, die jeder macht, der anderen Menschen hilft: Hilfe verändert. Nicht nur die Menschen, die Hilfe erfahren, sondern auch diejenigen, die Hilfe leisten.
 

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