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Stand: 10.11.2017

Pressemitteilung

Haushaltshilfen fair beschäftigen

Haushaltshilfen fair beschäftigenClaudia Menebröcker, Brigitte von Germeten-Ortmann und Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig (von links) informierten über das Angebot CariFair des Diözesan-Caritasverbandes Paderborn. Zu Besuch war eine Delegation aus Japan mit (vorn von links) Keiko Yoshida, Toshie In, Fumie Aoki sowie (hinten v. r.) Chiaki Osaki und Prof. Wako Asato. (Foto: cpd / Sauer)

Eine japanische Delegation von Pflegeexperten und Beratern des japanischen Gesundheitsministeriums hat sich über das Angebot „CariFair“ des Diözesan-Caritasverbandes Paderborn informiert. Mit „CariFair“ wird der qualitätsgesicherte Einsatz ausländischer Haushalts- und Betreuungskräfte in Familien mit Pflegebedürftigen garantiert.

Wegen des Arbeitskräftemangels diskutiere man auch in Japan eine Auflockerung des Arbeitsmarktes der Altenpflege für ausländische Arbeitskräfte, sagte Prof. Wako Asato von der Universität Kyoto, der für seine soziologischen Studien über Altenpflege und Migration bekannt ist und in beratender Funktion für das Gesundheitsministerium in Japan tätig ist. Die Erfahrungen in Deutschland mit seinem vergleichbaren Pflegesystem seien daher sehr interessant. Anders als in Deutschland seien in Japan bisher kaum ausländische Kräfte in der Pflege alter Menschen tätig. Die Arbeit von CariFair sei „richtungsweisend“, sagte Keiko Yoshida, Dolmetscherin und Organisatorin der Studienreise. Die Erfahrungen von CariFair zeigten, „dass es möglich ist, durch gute Netzwerkarbeiten auch häusliche Betreuung durch ausländische Kräfte  qualitativ gut und ethisch vertretbar zu organisieren“.

Begleitet wurden Prof. Asato und Yoshida von Vertretern japanischer häuslicher Pflegedienste, von Fumie Aoki, Präsidentin der „Home Helpers Association Japan“, Toshie In, Präsidentin der „Fukuoka Prefecture Care Workers Association“ und Prof. Chiaki Osaki vom St. Mary´s College in Nagoya.

In Deutschland schätzt man, dass mindestens 100.000 Haushaltshilfen in Haushalten mit Pflegebedürftigen illegal beschäftigt sind. Dem möchte die Caritas mit ihrem Angebot entgegen wirken. Dem Diözesan-Caritasverband Paderborn gehe es darum, „legale Arbeitsverhältnisse zu ermöglichen und die schutzwürdigen Interessen der in Deutschland arbeitenden Frauen und ihrer Heimatfamilien sowie der Familien, die diese Frauen beschäftigen, zu sichern“, sagte Brigitte von Germeten-Ortmann.

Und das mit Erfolg, wie eine Studie des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung (dip) 2014 bescheinigte. Diese zeigte, dass das Hilfsangebot sowohl von den Haushaltshilfen wie auch den Familien vor allem wegen der Sicherheit eines legalen Angebotes gern angenommen werde. Damit einher gehe bei den Haushaltshilfen der Wunsch nach sozialer Absicherung und dem Schutz vor ausbeuterischen Arbeitsbedingungen. Schulungen seitens der Caritas in Polen geben ihnen zudem Sicherheit bei der Erfüllung ihrer Aufgaben in den Familien. Das Angebot CariFair wurde 2009 zunächst unter dem Titel „Heraus aus der Grauzone“ (Caritas 24) gestartet.

Im Erzbistum Paderborn sind Haushaltshilfen aus Polen und anderen Ländern im Rahmen des Caritas-Angebots zurzeit in rund 150 Familien im Einsatz. Zehn örtliche Caritasverbände bzw. Caritas-Pflegedienste bieten diesen Service an: Im Bereich Ostwestfalen/Hellweg die Verbände in Paderborn, Soest, Gütersloh, Bielefeld und Büren; im Sauerland die Caritas in Brilon, Meschede und Olpe; im östlichen Ruhrgebiet die Verbände in Hamm und Unna. Bundesweit sind insgesamt 21 Caritasverbände beteiligt. Auf polnischer Seite kooperieren aktuell zwei diözesane Caritasverbände. Deren Aufgabe ist es u. a. interessierte Frauen auszuwählen und auf ihren Einsatz in Deutschland vorzubereiten. Mehr Infos zum Projekt unter: www.caritas-paderborn.de/beraten-helfen/alter-pflege/raus-aus-der-grauzone

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