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Stand: 02.10.2017

Pressemitteilung

Brillenversorgung für Bedürftige muss verbessert werden

Als "sehr gutes Ergebnis" werten der Fachverband der Vinzenz-Konferenzen und die Initiative youngcaritas im Erzbistum Paderborn, das Resultat einer Unterschriften-Aktion, mit der die Finanzierung von Brillen für Menschen mit wenig Geld eingefordert wird. Die Petition mit dem Titel  "Den Durchblick behalten" unterzeichneten innerhalb eines Jahres bundesweit exakt  21.506 Personen. 

Wie fühlt es sich für „normal“ Sehende an, unter einer Fehlsichtigkeit zu leiden? Auch dies wurde im Rahmen der Unterschriften-Initiative „Den Durchblick behalten“ an vielen Orten demonstriert, wie hier durch den Wittener Optiker Bernd Bonow (rechts, mit Pater Kazimir Zaranski) bei einer Aktion des Caritasverbandes Witten. Wie fühlt es sich für „normal“ Sehende an, unter einer Fehlsichtigkeit zu leiden? Auch dies wurde im Rahmen der Unterschriften-Initiative „Den Durchblick behalten“ an vielen Orten demonstriert, wie hier durch den Wittener Optiker Bernd Bonow (rechts, mit Pater Kazimir Zaranski) bei einer Aktion des Caritasverbandes Witten. (Foto: cpd/Claes)

Am 30. September 2016 hatten Vinzenz-Konferenzen und youngcaritas im Erzbistum Paderborn die Petition ins Leben gerufen. Selbst gesetztes Ziel waren 10.000 Unterschriften bis Ende März 2017. "Als sich die Petition nach einem mäßigen Start immer weiter verbreitete, haben wir die Laufzeit noch einmal um ein halbes Jahr verlängert und auch das Ziel auf 15.000 Unterstützer hochgesetzt. So konnten wir unser Anliegen im Wahlkampf zu Landtags- und Bundestagswahl gezielt einbringen. Bis zur Bundestagwahl hatten wir unser Ziel von 15.000 Unterstützern dann schon weit übertroffen", erklärt Matthias Krieg, Geschäftsführer der Vinzenz-Konferenzen.

Nicht nur Personen aus Deutschland haben die Petition unterstützt, Unterschriften kamen  aus Österreich, den Niederlanden oder sogar aus Kanada und Peru. Die weitaus meisten Unterstützer kommen aus dem Paderborner Land, wo die Petition gestartet wurde, aus dem Sauerland (insbesondere aus dem Raum Schmallenberg), aus dem Kreis Soest und dem Ruhrgebiet. "Die Unterstützer wurden zu einem großen Anteil über die Strukturen und Verbände der Caritas erreicht, wo Ehrenamtliche und Hauptamtliche die Problematik betroffener Menschen aus der Praxis kennen", so Linda Heinemann von der Initiative youngcaritas im Erzbistum Paderborn. Der höchste Anteil von Unterstützern konnte über das Netzwerk der Ehrenamtlichen in den Caritas-Konferenzen gewonnen werden. Auch in Kitas, Krankenhäusern, Altenheimen, Jugendhilfeeinrichtungen und Schulen wurde die Petition beworben. "Viele Unterschriften kamen auch von Studenten, die ganz offensichtlich auch zu dem Personenkreis gehören, dem es schwerfällt, eine neue Brille zu finanzieren", betont Linda Heinemann. 

Mit kreativen und witzigen Aktionen im öffentlichen Raum warb auch die Initiative young caritas für die Aktion „Den Durchblick behalten“.Mit kreativen und witzigen Aktionen im öffentlichen Raum warb auch die Initiative young caritas für die Aktion „Den Durchblick behalten“.(Foto: cpd/yc)

Stolz sind die Initiatoren auf prominente Unterstützer aus Politik und Kirche. Neben der Paderborner Bistumsleitung gehörte dazu u. a.  Margot Käßmann, Botschafterin der EKD für das Reformationsjubiläum in Deutschland. Die Kreativität der Unterschriftensammler kannte keine Grenzen: So wurden Schoko-Nikoläuse mit Brillen an die Besucher des Paderborner Weihnachtsmarkts verschenkt. Engagierte Jugendliche haben u.a. in Hamm, Dortmund und Paderborn mit witzigen Aktionsständen auf die Problematik aufmerksam gemacht und z.B. kaum lesbare Kochrezepte verschenkt, die verdeutlichen sollten, wie stark eine Sehschwäche im Alltag einschränkt. Die youngcaritas in NRW hat eine gemeinsame Campus-Tour organisiert, so dass an verschiedenen Unis mit Aktionsständen auf die Petition aufmerksam gemacht wurde. 

Sobald sich der Bundestag neu konstituiert hat, soll die Petition dort persönlich überreicht werden. "Auch außerparlamentarisch werden sich Vinzenz-Konferenzen und youngcaritas weiterhin für das Thema stark machen", erklärt Matthias Krieg. Denn noch sei das Ziel nicht erreicht, dass sich alle Menschen, die in Deutschland eine Brille benötigen, auch eine leisten können. "So lange dieses Problem noch nicht gänzlich gelöst ist, bleiben wir mit unterschiedlichen Aktionen und Ideen dran."

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