Diözesan-Caritasverband Osnabrück, 05.07.2012

Gemeinsam für eine bessere Pflege

Caritas, Diakonie und HHO stellen Positionspapier vor

Osnabrück, 5. Juli 2012. Wenn es um soziale Leistungen geht, ziehen die HHO, Caritas, Diakonie und die Mitarbeitervertretungen der Einrichtungen an einem Strang. Mit größter Sorge wird die Entwicklung der Pflegesätze zur Kenntnis genommen, die unter dem Strich – bei immer höheren Anforderungen - Kürzungen bedeutet. In einer trägerübergreifenden Kooperation wurde ein Positionspapier erarbeitet, das jetzt in der Werkstatt Sutthausen der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

„Wir konkurrieren gern in der Qualität unserer Pflegeleistungen, nicht aber im Preis“, sagte Wilhelm Berkenheger , Caritas Verband Emsland. Das bedeutet: Kostendruck mindert die Qualität der Pflege. In dem Dilemma befinden sich besonders kirchliche Leistungsanbieter wie die HHO, Diakonie und Caritas, die ihre Mitarbeiter nach Tarif bezahlen, dagegen freie Träger untertariflich vergüten können. Diese Mehrkosten und gleich bleibend gute Pflege machen sich immer häufiger in Betriebsergebnissen mit roten Zahlen bemerkbar. Caritas, Diakonie und HHO fordern daher deutliche Verbesserungen der Rahmenbedingungen, damit   Mitarbeiter und ihre Familien für ihre soziale Arbeit angemessen bezahlt werden und Qualitätspflege erhalten bleiben kann.   Entgegen den christlichen Ansprüchen seien die Einrichtungen gezwungen, untere Lohngruppen herunterzustufen, um nicht die Existenz   der Einrichtung zu gefährden, bedauerte Gerhard Töller, Geschäftsführer der Diakonie in Stadt und Land Osnabrück.   Die Arbeitnehmervertreter Elisabeth Meyer- Klook und Wilhelm Berkenheger erläuterten die immer stärker belastenden Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte. Die außergewöhnliche Belastung drückt sich in der hohen Zahl von Krankmeldungen und zunehmend psychischen Erkrankungen der Mitarbeiter aus.

Dabei erfahren die Mitarbeiter hohe Wertschätzung. Die Forderung der Mitarbeitervertreter: kirchliche Dienstanbieter müssen interessante Arbeitgeber sein und die Pflege muss auf hohem Niveau bleiben. Arbeitsentgelte im Mindestlohnbereich verhindern beides.

Niedersachen hat nach den ostdeutschen Ländern die schlechteste Refinanzierung der Pflege, die Pflegesätze liegen bis zu 20 % unter dem Niveau in Nordrhein-Westfalen.

„Wir werden stärkeren politischen Druck ausüben und unsere Situation deutlicher machen als bisher ,“ so Werner Negwer , Caritas-Justitiar. Der erste Schritt ist eine Kooperation der Träger und der Mitarbeitervertretungen. Das Trägerübergreifende Konzept macht die Notwendigkeit veränderter Rahmenbedingungen in acht Thesen deutlich. Mit diesem Positionspapier wollen die Beteiligten die Öffentlichkeit sensibilisieren. Als nächstes folgen Gespräche mit Politikern und Podiumsdiskussionen.   „Wir wünschen uns eine stärkere Plattform, damit unser Anliegen wahrgenommen wird“, fasst Gerhard Töller zusammen.  

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